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Honeycomb
Licht · Equipment

Honeycomb

Honeycomb Grid
Murnau AI illustration
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Honeycomb: Wabenförmiger Lichtformer aus schwarzem Aluminium, begrenzt Lichtkegel und verhindert seitliche Streuung bei Spots.

Technische Details

Standard-Honeycomb Grids haben Zellgrößen zwischen 6mm und 25mm Durchmesser bei Zelltiefen von 12mm bis 50mm. Die Abstrahlwinkel variieren je nach Geometrie: 40°-Grids mit 12mm Zelltiefe für weiche Begrenzung, 20°-Grids mit 25mm Tiefe für mittlere Kontrolle und 10°-Grids mit 40mm+ Tiefe für scharfe Lichtbegrenzung. Die Waben bestehen aus mattschwarzem, eloxiertem Aluminium oder hitzebeständigem ABS-Kunststoff. Montage erfolgt über genormte Filterrahmen oder magnetische Halterungen. Lichtverluste betragen typisch 0,5-1,5 Blendenstufen je nach Grid-Dichte.

Geschichte & Entwicklung

Honeycomb Grids entstanden in den 1940er Jahren in Hollywood-Studios als Antwort auf die Notwendigkeit präziser Lichtführung bei Schwarzweiß-Filmen. Mole-Richardson entwickelte 1947 die ersten standardisierten Grids für ihre 2K- und 5K-Fresnel-Scheinwerfer. In den 1960er Jahren etablierte Chimera das modulare Grid-System für Softboxen. Seit den 1990er Jahren ermöglichen CNC-gefräste Präzisions-Grids aus Flugzeugaluminium Toleranzen unter 0,1mm. LED-Technologie führte ab 2010 zu temperaturneutralen Kunststoff-Grids mit integrierter Farbkorrektur.

Praxiseinsatz im Film

Cinematographer Roger Deakins verwendete 20°-Grids extensiv in "Blade Runner 2049" für die kontrollierten Lichtstreifen in den Innenräumen. Emmanuel Lubezki setzte in "The Revenant" 10°-Grids ein, um natürliches Tageslicht durch Baumkronen zu simulieren. In Porträtaufnahmen erzeugen 40°-Grids den klassischen "Beauty Light"-Effekt ohne Lichtabfall auf den Hintergrund. Bei Multi-Kamera-Setups verhindern Grids Lens Flares durch Streulicht benachbarter Scheinwerfer. Der Workflow erfordert präzise Positionierung, da bereits 15cm Abweichung den gewünschten Lichtkreis verfehlen kann.

Vergleich & Alternativen

Barn Doors bieten gröbere Lichtbegrenzung, aber ohne die weiche Kante der Grids. Snoots erzeugen schärfere Kreise, jedoch ohne Gradation. Fresnel-Linsen allein schaffen breitere, weniger kontrollierte Lichtkegel. Moderne Projektionsscheinwerfer wie der Arri SkyPanel mit Iris-Blende ersetzen zunehmend Grid-Setups bei komplexen Lichtformen. LED-Panels mit digitaler Beam-Control bieten stufenlose Abstrahlwinkel von 6°-80°, erreichen jedoch nicht die organische Lichtqualität analoger Honeycomb-Systeme.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende 20°-Grids hauptsächlich für Hair Light und Rim Light, weil sie saubere Trennung vom Hintergrund schaffen ohne Spill auf die Hauptausleuchtung. Bei Available Light Situations helfen mir 10°-Grids, praktische Lichtquellen wie Fenster oder Lampen zu simulieren und dabei den Rest des Sets kontrolliert dunkel zu halten. Die Lichtqualität wird weicher als bei Snoots, aber deutlich direktionaler als bei offenen Fresnels.

Regisseur

Honeycomb Grids sind für mich Werkzeuge der visuellen Hierarchie – ich kann Aufmerksamkeit gezielt lenken, ohne dass das Publikum die Lichtführung bewusst wahrnimmt. In Thrillern verwende ich enge Grids für isolierte Lichtinseln, die Charaktere emotional separieren. Bei Romanzen schaffen 40°-Grids warme Lichtkreise, die Intimität verstärken ohne theatralisch zu wirken.

Produzent

Grid-Setups bedeuten längere Beleuchtungszeiten – typisch 15-20 Minuten zusätzlich pro Setup für Positionierung und Feinjustierung. Ein Basis-Set kostet 800-1200€, hochwertige Precision-Grids bis 2500€. Dafür spare ich Postproduktionszeit, weil weniger Lichtcorrection nötig ist. Bei LED-Umstellung fallen Kühlungskosten weg, aber die Anschaffung neuer Grid-Systeme kostet etwa 30% der Lighting-Budget.

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