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High Roller Stand
Licht · Begriffe

High Roller Stand

Murnau AI illustration
15lb sandbag 20 c stand 216 diffusion 250 diffusion 251 diffusion 25lb sandbag 35lb sandbag 40 c stand

Schwerlast-Stativ auf Rollen mit pneumatischer Höhenverstellung — für große Scheinwerfer bis zu 6 Meter Arbeitshöhe.

Technische Details

Der High Roller Stand besteht aus einem 5-teiligen Teleskoprohr aus eloxiertem Aluminium mit einem Rohrdurchmesser von 102 mm am Grundelement. Das pneumatische System umfasst einen 12V-Kompressor, einen 19-Liter-Druckbehälter und ein Präzisions-Regulierventil für stufenloses Ausfahren. Die Basis misst 2,1 x 2,1 Meter bei einem Eigengewicht von 68 kg und verfügt über vier arretierbare Schwerlaufrollen mit 150 mm Durchmesser. Moderne Varianten wie der Avenger A5050CS erreichen 12,2 Meter Höhe, während kompaktere Modelle bei 9,1 Metern begrenzt sind. Ein automatisches Sicherheitsventil verhindert unkontrollierten Druckverlust bei Leckagen.

Geschichte & Entwicklung

Matthews Studio Equipment führte 1983 den ersten High Roller Stand für die Filmproduktion "Blade Runner" ein, nachdem Ridley Scott monumental hohe Lichtpositionen für die futuristischen Stadtkulissen benötigte. Avenger perfektionierte das Konzept 1987 mit dem A5050-Modell, das erstmals eine Fernbedienung für das pneumatische System erhielt. 1995 integrierten Hersteller wie Matthews und Kupo Sicherheitskabel und Notfall-Ablassventile nach mehreren Unfällen am Set von "Batman Forever". Seit 2010 ersetzen LED-Arrays zunehmend schwere HMI-Leuchten, wodurch die Nutzlast effizienter ausgeschöpft wird.

Praxiseinsatz im Film

Christopher Nolan nutzte High Roller Stands für "The Dark Knight" (2008), um 6K-HMI-Leuchten in 11 Meter Höhe zu positionieren und die Gotham-Skyline zu beleuchten. Bei "Mad Max: Fury Road" dienten sie der Simulation von Tageslicht in nächtlichen Wüstenszenen durch 18K-HMI-Bestückung. Der Aufbau erfordert ein dreiköpfiges Rigging-Team und 25 Minuten Vorbereitungszeit inklusive Druckaufbau. Nachteile sind die Windanfälligkeit ab Windstärke 4 und die Abhängigkeit von 220V-Stromversorgung für den Kompressor.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zum Crane (Kamerakran) dient der High Roller Stand ausschließlich der Lichtpositionierung und erreicht präzise, statische Positionen. Scissor Lifts bieten mobile Bedienung, benötigen jedoch ebene Untergründe und erreichen nur 8 Meter Höhe. Moderne Drone-Lights ersetzen High Roller Stands bei bewegten Lichtquellen, während fest installierte Truss-Systeme bei Studiobauten wirtschaftlicher sind. Bei Außenaufnahmen mit begrenztem Platz bleibt der High Roller Stand durch seine kompakte Grundfläche konkurrenzlos.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze High Roller Stands für hartes Führungslicht ein, das natürliche Sonneneinstrahlung durch Fenster simuliert – die 11-Meter-Höhe ermöglicht den perfekten Einfallswinkel für Tageslicht-Matching. Die pneumatische Präzision erlaubt mir millimetergenaue Justierung der Lichtposition während der Aufnahme per Fernbedienung, ohne dass Grips ins Bild laufen müssen.

Regisseur

Ich nutze diese Stands für dramatische Lichtführung von oben, die Figuren isoliert und ihre Verletzlichkeit betont – besonders in Thriller-Sequenzen wirkt das steile Licht bedrohlich und noir-artig. Die extreme Höhe erzeugt harte Schatten, die ich für psychologische Spannung einsetze, wenn Charaktere unter Druck stehen oder Geheimnisse verbergen.

Produzent

Ein High Roller Stand kostet 4.800 Euro in der Anschaffung, Tagesmiete liegt bei 185 Euro plus 75 Euro für qualifizierte Bedienung – günstiger als Kran-Anmietung für reine Lichtpositionierung. Die 25-minütige Rüstzeit plane ich fest ein, spare aber gegenüber Truss-Aufbauten 2-3 Stunden und benötige ein Rigging-Team weniger, was 420 Euro Personalkosten pro Drehtag einspart.

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