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Klarglas
Kamera · Equipment

Klarglas

Clear Filter
Murnau AI illustration
15lb sandbag 20 c stand 216 diffusion 250 diffusion 251 diffusion 25lb sandbag 35lb sandbag 40 c stand

Neutraler Schutzfilter ohne optische Wirkung. Schützt die Frontlinse vor Staub, Kratzern und Spritzwasser.

Technische Details

Klarglasfilter werden aus geschliffenem Borosilikatglas oder optischem Kronglas mit einer Dicke von 1-3mm gefertigt. Die Oberflächen erhalten eine Mehrschichtvergütung (Multi-Coating) mit 8-16 Schichten, die Reflexionen auf unter 0,5% reduziert. Standard-Gewinde entsprechen den Normen M39, M42 oder den modernen Bajonett-Systemen. Hochwertige Ausführungen erreichen eine Planität von λ/4 (Lambda viertel) und zeigen keine Farbverschiebung im Spektralbereich von 400-700nm. Für digitale Kinokameras werden IR/UV-Cut-Klarfilter mit spezifischen Sperrcharakteristiken unterhalb 380nm und oberhalb 780nm verwendet.

Geschichte & Entwicklung

Der erste kommerzielle Klarglas-Schutzfilter wurde 1952 von der japanischen Firma Nikon für ihre Kleinbild-Objektive eingeführt. Panavision adaptierte das Konzept 1958 für ihre Anamorphic-Objektive und machte Schutzfilter zum Standard in der Filmproduktion. Die Entwicklung moderner Vergütungstechniken durch Carl Zeiss (1963) und später durch Schott Glass (1971) ermöglichte transmissionsoptimierte Filter. Mit dem Aufkommen digitaler Kinokameras ab 2005 entstanden spezialisierte IR-Cut-Klarfilter, die unerwünschte Infrarotstrahlung blockieren.

Praxiseinsatz im Film

Bei Außenaufnahmen schützt das Klarglas vor Staub, Salzwasser und mechanischen Beschädigungen des Frontlinsen-Elements. Kamerateams verwenden Klarfilter standardmäßig bei Action-Sequenzen, Pyrotechnik-Szenen oder in staubigen Umgebungen wie Wüstenaufnahmen. Roger Deakins setzte bei "Blade Runner 2049" (2017) durchgängig Schneider-Kreuznach Klarfilter ein, um die empfindlichen Panavision-Objektive vor den praktischen Effekten zu schützen. Der Filterwechsel dauert 10-15 Sekunden und ermöglicht schnelle Reinigung ohne Gefährdung der Optik.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu UV-Filtern eliminiert ein Klarglas keine UV-Strahlung und unterscheidet sich von Skylight-Filtern durch das Fehlen jeglicher Farbtönung. Moderne Alternativen sind gehärtete Schutzgläser mit Nano-Beschichtung oder austauschbare Frontlinsen-Elemente bei hochwertigen Cine-Objektiven. Während UV-Filter bei analogem Film noch Bildfunktion hatten, sind sie bei digitalen Sensoren überflüssig. Professionelle Kamerateams bevorzugen Klarfilter gegenüber unbeschichteten Schutzgläsern wegen der reduzierten Flare-Anfälligkeit und besseren Transmissionswerte.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende Klarfilter ausschließlich als Schutz – nie aus optischen Gründen, da moderne Sensoren keinen UV-Schutz benötigen. Bei kritischen Szenen mit Staub oder Spritzwasser tausche ich lieber drei verschmutzte Klarfilter als ein 50.000-Euro-Objektiv zu riskieren. Die Schneider True-Cut Klarfilter zeigen bei meinen Tests null Farbverschiebung und keine messbaren Transmissionsverluste.

Regisseur

Für mich ist das Klarglas ein unsichtbarer Produktionsschutz, der nie die Bildästhetik beeinflussen darf. Ich bestehe darauf, dass mein DoP bei Actionszenen oder praktischen Effekten Schutzfilter verwendet – ein verkratztes Objektiv kann ganze Drehtage kosten. Die Gewissheit, dass unsere visuellen Entscheidungen nicht durch Angst um die Ausrüstung eingeschränkt werden, gibt kreative Freiheit.

Produzent

Ein 20-Euro-Klarglas kann ein 30.000-Euro-Objektiv retten – diese Rechnung ist eindeutig. Ich kalkuliere standardmäßig 5-10 Schutzfilter pro Objektiv-Set ein, besonders bei Außendrehs oder Stunts. Der Zeitverlust durch Objektivreinigung oder -austausch kostet mehr als der gesamte Filterbedarf einer Produktion.

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