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Century Anamorphot
Kamera · Technik

Century Anamorphot

Century Anamorphic
Murnau AI illustration
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Century Anamorphic: Vintage-Anamorphot-System aus den 1960ern mit charakteristischem 2x-Squeeze und organischen Lens Flares.

Technische Details

Die Century Anamorphot-Serie umfasst Durchmesser von 77mm bis 138mm mit präzisen Stufenringen für verschiedene Objektivanschlüsse. Der optische Aufbau besteht aus zwei zylindrischen Linsenelementen, die ausschließlich in horizontaler Achse brechen. Typische Brennweitenbereiche der Grundobjektive liegen zwischen 35mm und 85mm bei Vollformat. Die Vorsätze reduzieren die Lichtstärke um etwa 1-1,3 Blendenstufen und erfordern präzise Schärfenachführung, da sich die Fokusebene gegenüber dem Grundobjektiv verschiebt. Die minimale Fokussierdistanz erhöht sich typischerweise um 20-30%.

Geschichte & Entwicklung

Century Precision Optics entwickelte die Anamorphot-Serie Ende der 1980er Jahre als kostengünstige Alternative zu teuren anamorphen Objektiv-Sets wie den Panavision C- oder E-Series. Die ersten Modelle kamen 1989 auf den Markt und etablierten sich schnell im Independent-Bereich. In den 2000ern erweiterte Century die Serie um HD-optimierte Versionen mit verbesserter Randschärfe. Nach der Übernahme durch Schneider Optics 2008 wurde die Produktion eingestellt, wobei gebrauchte Anamorphots heute als begehrte Vintage-Optiken gehandelt werden.

Praxiseinsatz im Film

Zahlreiche Independent-Produktionen der 1990er nutzten Century Anamorphots, darunter Kevin Smiths "Clerks II" (2006) und verschiedene Musikvideos von Directors wie Michel Gondry. Der typische Workflow erfordert sorgfältige Kalibrierung der Schärfemarkierungen, da die Fokusverschiebung zwischen verschiedenen Brennweiten variiert. Vorteilhaft sind die moderaten Anschaffungskosten und die Flexibilität bei der Objektivwahl. Nachteile zeigen sich in der reduzierten Lichtstärke, erhöhten chromatischen Aberration an den Bildrändern und der aufwendigeren Schärfeführung bei schnellen Kamerabewegungen.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu echten anamorphen Objektiven wie Hawk V-Lite oder ARRI Master Anamorphic bieten Century Anamorphots geringere optische Qualität, aber deutlich niedrigere Kosten. Moderne Alternativen sind SLR Magic Anamorphot-40 oder Moment Anamorphic-Linsen für kleinere Formate. Während dedizierte anamorphe Optiken konsistente Abbildungsleistung über alle Brennweiten bieten, eignen sich Anamorphots primär für kontrollierte Aufnahmesituationen ohne extreme Lichtverhältnisse oder schnelle Fokuszüge.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die Century Anamorphots für experimentelle Projekte, muss aber die Fokusverschiebung präzise nachmessen und neue Schärfemarkierungen am Follow Focus anbringen. Die horizontale Streulichtcharakteristik gibt mir interessante gestalterische Möglichkeiten, erfordert aber sorgfältige Lichtführung wegen der reduzierten Randschärfe. Bei schnellen Schwenks entstehen unschöne Verzerrungen, die ich durch angepasste Kamerabewegungen kompensieren muss.

Regisseur

Die Century Anamorphots geben mir den klassischen Cinemascope-Look mit charakteristischen Lens Flares für einen Bruchteil des Budgets echter anamorpher Objektive. Ich setze sie gezielt für nostalgische oder epische Sequenzen ein, wo das 2,39:1-Format die narrative Wirkung verstärkt. Die optischen "Schwächen" wie die weichere Randzeichnung nutze ich bewusst für verträumte oder erinnerungshafte Szenen.

Produzent

Century Anamorphots kosten gebraucht etwa 3.000-5.000 Euro pro Set versus 50.000+ für vergleichbare Panavision-Optiken, was sie für kleinere Produktionen interessant macht. Die längeren Einrichtungszeiten durch komplexere Schärfeführung plane ich mit 15-20% Mehraufwand am Set ein. Der Wiederverkaufswert ist stabil, da die Produktion eingestellt wurde und Vintage-anamorphe Optiken gefragt bleiben.

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