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Canon FD (Cine-Rehoused)
Kamera · Begriffe

Canon FD (Cine-Rehoused)

Murnau AI illustration
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Umgebaute Canon FD-Objektivfassung für Filmkameras — ursprüngliche Fotoobjektive werden in robuste Cine-Housing montiert. Standard bei independent-Produktionen wegen Kosteneffizienz und Schärfeleistung.

Überblick

Als Canon FD (Cine Rehoused) bezeichnet man vintage Foto-Objektive aus Canons FD-Bajonettsystem, die von spezialisierten Werkstätten in neue, kinotaugliche mechanische Gehäuse umgebaut ("rehoused") werden. Die optischen Glieder der originalen Spiegelreflex-Objektive bleiben dabei weitgehend erhalten, während die gesamte Mechanik – Fokus- und Blendenring, Mount und Frontdurchmesser – durch professionelle Cine-Bauteile ersetzt wird.

Das ursprüngliche Canon-FD-System ist ein manuelles Wechselobjektiv-Bajonett für Kleinbild-Spiegelreflexkameras aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Über die Jahre erschien eine sehr große Palette an Brennweiten vom Fisheye bis zum langen Tele. Da diese Gläser gebraucht vergleichsweise günstig zu beschaffen sind und einen geschätzten "vintage" Charakter besitzen, sind sie zu einer beliebten Basis für Rehousing-Projekte geworden.

Optischer Charakter

Canon-FD-Gläser werden für ihre eher weiche, organische Bildwirkung im Vergleich zu modernen Cine-Optiken geschätzt:

  • Warme Farbwiedergabe und sanfter, niedriger Kontrast
  • Weicher Übergang von Schärfe zu Unschärfe, angenehmes ("painterly") Bokeh
  • Ausgeprägte, aber meist kontrollierte Flares dank der originalen S.S.C.-Vergütung (Super Spectra Coating)
  • Hautfarben werden weich und natürlich gezeichnet

Cinematographen vergleichen den FD-Look häufig mit Canons legendären K35-Cine-Optiken; rehoused FD-Sets gelten als deutlich günstigere Alternative mit ähnlichem Charakter.

Was beim Rehousing geändert wird

Der Umbau zielt darauf ab, alte Foto-Objektive set-tauglich zu machen. Typische Maßnahmen:

  • Mount: Standardmäßig PL-Mount; je nach Anbieter auch LPL, EF oder E-Mount verfügbar
  • Fokus-Throw: stark verlängerter Drehweg für präzises Schärfeziehen (Whitepoint Optics nennt 280–300°, GL Optics 170–330° je nach Brennweite)
  • Zahnkränze: einheitliche Cine-Standard-Gears an Fokus und Blende für Follow-Fokus und Motoren
  • Frontdurchmesser: über das Set vereinheitlicht (z. B. 95 mm oder 110 mm), damit Matteboxen und Filter ohne Umrüsten passen
  • Blende: häufig Austausch der originalen 8-Lamellen-Iris gegen eine rundere bzw. lamellenreichere Iris für angenehmeres Bokeh
  • Mechanik: robustes Metallgehäuse, stufenlose Blende, einheitliche Baulänge/Schwerpunkt für schnellen Objektivwechsel

Anbieter und Einsatz am Set

Rehousing-Dienste für Canon FD bieten unter anderem GL Optics, TLS (True Lens Services), Whitepoint Optics, Zero Optik und Iron Glass an. Die Sets werden über zahlreiche Verleiher (z. B. Keslow Camera, AbelCine) vermietet. Eingesetzt werden sie dort, wo ein gezielt vintage, weicher und filmischer Look gewünscht ist, der sich vom klinisch scharfen Bild moderner Optiken absetzt – bei gleichzeitig moderner, set-tauglicher Mechanik (PL-Mount, Gears, einheitliche Fronten).

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als Kameramann schätze ich an Canon FD Cine-Rehoused besonders die warme, organische Farbwiedergabe und den charakteristischen Bokeh-Verlauf, der Hauttöne sehr schmeichelhaft darstellt. Die einheitlichen Gehäuseabmessungen und standardisierten Fokusringe ermöglichen mir schnelle Objektivwechsel ohne aufwendige Anpassungen am Follow-Focus oder der Mattebox. Der dezente Vintage-Look verleiht digitalen Aufnahmen eine angenehme, weniger sterile Anmutung.

Regisseur

Canon FD Cine-Rehoused Objektive unterstützen meine Vision perfekt, wenn ich eine nostalgische, warme Bildsprache anstrebe, ohne in übertriebene Retro-Effekte zu verfallen. Die natürliche Farbwiedergabe und der organische Charakter helfen mir dabei, eine emotionale Verbindung zum Publikum herzustellen. Besonders bei Charakterstudien und intimeren Geschichten verleihen sie den Bildern eine menschliche, greifbare Qualität.

Produzent

Canon FD Cine-Rehoused bieten ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis für Produktionen mit mittlerem Budget, die dennoch einen hochwertigen, charakteristischen Look anstreben. Mit Mietkosten von etwa 100-200 Euro pro Objektiv und Tag sind sie deutlich günstiger als moderne High-End-Optiken, bieten aber dennoch professionelle Cine-Features. Die weite Verfügbarkeit und robuste Bauweise minimieren Ausfallrisiken am Set.

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