Lichtstarkes manuelles 50mm-Objektiv mit extrem großer Blende f/1.1 — erzeugt geringe Schärfentiefe bei schwachem Licht.
Technische Details
Die optische Konstruktion umfasst sieben Elemente in fünf Gruppen mit einer Naheinstellgrenze von 0,45m. Der Blendenbereich erstreckt sich von f/1.1 bis f/16 mit zehn Blendenlamellen für gleichmäßiges Bokeh. Das 52mm-Filtergewinde ermöglicht Standardzubehör. Verfügbar sind Varianten für Leica M-Mount, Sony E-Mount und Micro Four Thirds. Die spezielle Vergütung reduziert Flares und Geisterbilder bei Gegenlicht.
Geschichte & Entwicklung
Voigtländer führte die erste Nokton-Version 1950 als f/1.5-Objektiv ein. Die moderne f/1.1-Variante erschien 2000 als Teil der wiederbelebten Marke unter Cosina-Lizenz. 2011 folgte die Aspherical-Version mit verbesserter Randschärfe. Die VM-Mount-Variante für digitale Leica-Kameras etablierte sich ab 2004 in der Filmproduktion als Alternative zu deutlich teureren Leica-Objektiven.
Praxiseinsatz im Film
Cinematographer Christopher Doyle nutzte das Nokton für intimate Nahaufnahmen in Wong Kar-wais "In the Mood for Love" (2000). Die extreme Offenblende erzeugt charakteristisches Bokeh mit sanften Übergängen, während die manuelle Fokussierung präzise Schärfeverlagerungen ermöglicht. Bei f/1.1 zeigt das Objektiv deutliche Vignettierung und weiche Zeichnung, die ab f/2.8 in knackige Schärfe übergeht. Dokumentarfilmer schätzen die Lowlight-Performance bei Available Light ohne zusätzliche Beleuchtung.
Vergleich & Alternativen
Gegenüber dem Leica Summilux 50mm f/1.4 bietet das Nokton eine Blendenstufe mehr Lichtstärke zu einem Fünftel des Preises. Das Canon 50mm f/1.2L übertrifft es in Autofokus-Geschwindigkeit, erreicht aber nicht die gleiche Lichtstärke. Moderne Alternativen wie das Sony FE 50mm f/1.2 GM bieten Autofokus und Bildstabilisierung, verlieren aber den charakteristischen "analogen" Look des Nokton durch digitale Korrekturen.