Konkurrenzsysteme zum Warner-Original: Phonofilm (De Forest), Movietone (Fox), Photophone (RCA). Alle Schallplattensysteme — technisch ähnlich, kommerziell separat, schließlich vom optischen Sound verdrängt.
Nach Warners Erfolg mit dem Vitaphone-System 1926 entstand ein wilder Markt konkurrierender Schallplattenlösungen — jedes Studio, jeder Ausrüster wollte seinen eigenen Standard durchsetzen. Phonofilm (Lee de Forest), Movietone (Fox) und Photophone (RCA/General Electric) waren keine bloßen Kopien, sondern eigenständige technische Lösungen mit unterschiedlichen Synchronisationsmechanismen und Schallplatten-Formaten. Alle verfolgten dasselbe Prinzip: Ton auf Schallplatte, mechanisch gekoppelt mit dem Filmlaufwerk — doch jedes System war proprietär, inkompatibel, und jedes verlangte von den Kinos teure Umrüstung und Lizenzzahlungen.
Aus praktischer Sicht war das ein Albtraum für Vorführer und Produzenten. Ein Film mit Vitaphone-Ton lief nicht auf Photophone-Ausrüstung. Die Studios mussten mehrfach abmischen und kopieren. Synchronisationsprobleme waren chronisch — die Schallplatte lief aus dem Takt, der Projektor verlangsamte sich, und der Dialog war desynchron. Bei einer Länge von 30 Minuten pro Seite brauchte man für Spielfilme ohnehin mehrere Platten mit Wechselautomatik. Jeder Kratzer, jede Verschmutzung bedeutete Ton-Ausfall und teure Neuproduktion.
Diese Chaos-Phase hielt nur wenige Jahre. Schon Ende der 1920er Jahre setzten sich Studios, die über finanzielle Ressourcen verfügten, intensiv mit optischer Tonaufzeichnung auseinander — der radikalen Alternative. Während die Schallplatten-Clans noch um Marktanteile kämpften, entwickelten Kodak, Eastman und andere Hersteller Systeme, die den Ton direkt auf dem Filmstreifen speicherten. Kein laufender Medium, keine Synchronisationsmechanik, keine Wechselautomatik. Ein Film, ein Filmstreifen, fertig.
Die Vitaphone-Klone verschwanden nicht dramatisch — sie erodier ten stillschweigend. Bis 1932 hatten die meisten Studios den Wechsel zum optischen Sound vollzogen. Fox Movietone überlebte am längsten als Wochenschau-Format, war aber auch dort ein Übergangsmedium. Rückblickend zeigen diese Konkurrenz-Systeme, wie schnell Technologie-Standards sich durchsetzen, wenn eine bessere Lösung auftaucht. Für Filmhistoriker und Restauratoren sind erhaltene Vitaphone-Klone-Kopien heute kostbare Archive — frühe Tonfilm-Dokumente, die nur mit spezialisierter Ausrüstung wiedergegeben werden können.