Spezialobjektiv mit extrem kurzer Brennweite und Abstand zur Projektionsfläche — ermöglicht großflächige Projektionen in beengten Räumen. Häufig in Virtual Production und LED-Volume-Sets.
Wer in einem LED-Volume arbeitet und nur drei Meter Platz zur Rückwand hat, lernt UST-Optiken schnell schätzen. Ultra Short Throw — das sind Objektive, die aus kürzester Distanz gigantische Bilder auf die Projektionsfläche werfen. Während Standard-Projektoren noch mindestens fünf bis sieben Meter Abstand brauchen, um ein 4x2-Meter-Image zu erzeugen, schaffen UST-Linsen dasselbe aus eineinhalb bis zwei Metern. Die Brennweite liegt typischerweise zwischen 4 und 8 mm — extreme Weitwinkel also, kombiniert mit speziellen Linsendesigns, die Verzerrung minimieren und gleichzeitig die Lichtstärke bewahren.
Am Set bedeutet das konkret: Du platzierst die Kamera näher an der LED-Wall, sparst wertvollen Platz für Schauspieler, Rigs und Bewegungsraum. Bei Virtual Production ist das entscheidend — jeder Zentimeter zählt in diesen Volumen. Die Projektor-Engine sitzt buchstäblich im Rücken der Optik, nicht dahinter wie bei konventionellen Systemen. Das erfordert aber Präzision beim Matching: Der Abstand zwischen Kamera und Projektor muss millimetergenau kalibriert sein, sonst entsteht ein Parallax-Fehler, den du sofort im Bild siehst. Das ist nicht nur ein visuelles Problem — es zerstört die gesamte In-Camera-VFX-Illusion.
Praktisch heißt das auch: UST-Optiken sind teuer, spezialisiert und nicht austauschbar wie Standard-Zooms. Du brauchst die richtige UST für die geplante Auflösung und Bildgröße. Bei 4K-Inhalten mit hohem Sampling arbeiten wir häufig mit projizierten Auflösungen von 2K oder höher pro Projektor. Die Schärfentiefe ist bei solchen kurzen Brennweiten grundsätzlich größer — ein Vorteil beim Tracking und LED-Kalibrierung, aber es braucht trotzdem präzise Fokus-Arbeit, weil die Toleranzen klein sind. Verwackelung oder minimale Kamera-Bewegungen werden durch die extreme Weitwinkel-Perspektive sichtbar.
Du erkennst UST-Projektoren auch an ihrem kompakten, fast würfelförmigen Gehäuse und den sehr kurzen Linsen-Tuben. Hersteller wie Optoma, Panasonic oder Epson haben mittlerweile spezialisierte UST-Modelle für Broadcast und Produktion — nicht nur für Events. Im virtuellen Set ist die UST-Optik heute Standard, nicht Ausnahme. Zusammen mit Echtzeit-Engine-Software (Unreal, Unity) und LED-Flächen erlaubt sie die kompakte, hochflexible Produktion, bei der du Szenen variabel in kleinerem Maßstab drehen kannst.