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Zeitraffer
Kamera

Zeitraffer

Time Lapse
Murnau AI illustration
slow motion time lapse fast motion time lapse

Einzelbildaufnahmen in großen Intervallen — Wolken ziehen in Sekunden vorbei, Blumen öffnen sich in Echtzeit. Mathematik: Aufnahmeintervall × Frames = Echtzeit-Äquivalent.

Du stellst die Kamera auf ein Stativ, drückst den Auslöser alle fünf Sekunden für zwei Stunden — und am Ende hast du drei Minuten Material, in denen eine Pflanze wächst. Das ist Zeitraffer. Nicht mehr und nicht weniger: Du sammelst Einzelbilder mit bewusst großen zeitlichen Abständen und spielst sie mit regulärer Framerate (24, 25 oder 30 fps) ab. Das Gehirn sieht Bewegung, wo in der Realität nur quälend langsame Prozesse stattfinden.

Die Rechnung ist denkbar einfach: Willst du eine vierstündige Baustelle in 30 Sekunden zeigen, musst du alle drei Sekunden auslösen. Bei 25 fps brauchst du etwa 250 Einzelbilder — genau 250 × 3 Sekunden = 750 Sekunden echte Zeit. Moderne Kameras haben Intervalometer eingebaut oder du nutzt externe Trigger. Früher war das pure Handarbeit mit Stoppuhr. Das führte zu Fehler, versteht sich.

Am Set brauchst du absolute Ruhe und Konstanz: Belichtung darf nicht flackern, der Wind darf Wolken nicht zu schnell treiben, die Sonne bewegt sich trotzdem — achte auf wandernde Schatten. Viele Kameramänner fahren mit manuellen Einstellungen (kein Autofocus, keine Belichtungsanpassung), sonst wirkt jedes Bild wie ein Sprung. ND-Filter helfen, wenn es zu hell ist. ISO bleibt starr. Shutter-Speed auch. Das ist Disziplin. RAW-Material — wenn die Kamera es erlaubt — gibt dir später im Schnitt mehr Kontrolle über Farbe und Kontrast zwischen den Frames.

Der Schnittplatz ist entscheidend: Du importierst die Sequenz, stellst die richtige Framerate ein und machst einen Sync-Check. Oft musst du die Übergänge glätten — Flicker-Removal-Tools existieren für fast jede NLE. Manchmal brauchst du auch Ramping: Anfangs zehn Frames pro Sekunde, später 30 — so wird's dramatischer. Vorsicht: Zeitraffer kann kitschig werden. Sonnenuntergänge, Stadtverkehr, wachsende Pflanzen — alles schon hundertfach gesehen. Die echte Kunst ist, Zeitraffer so zu montieren, dass sie erzählt, nicht nur beeindruckt. Siehe auch: Hyperlapse (Movement dazugenommen) und Motion Control (Kamerabewegung während Intervall-Aufnahme).

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