Kompakte Version des Tilta Nucleus Follow-Focus. Kleinerer Motor für leichte Kameras, reduzierte Reichweite und Funktionen.
Technische Details
Das Motormodul wiegt 180 Gramm und verfügt über ein maximales Drehmoment von 0,8 Nm bei einer Positionsgenauigkeit von ±0,1 Grad. Die Fernbedienung arbeitet mit einem 32-Bit-ARM-Prozessor und bietet einen 1,3-Zoll-OLED-Touchscreen zur Parametersteuerung. Das System unterstützt 0,8er Zahnreihen (32 Pitch) und kann Objektive mit einem Fokusring-Durchmesser von 52mm bis 114mm bedienen. Die Latenz beträgt unter 40 Millisekunden. Der integrierte Lithium-Ionen-Akku ermöglicht bis zu 24 Stunden Betriebszeit.
Geschichte & Entwicklung
Tilta führte das Nucleus-N 2017 als kompakte Alternative zu etablierten Follow-Focus-Systemen ein. Das chinesische Unternehmen entwickelte das System als Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach erschwinglichen, professionellen Wireless-Follow-Focus-Lösungen im aufkommenden Creator-Markt. 2019 folgte das erweiterte Nucleus-M mit zusätzlichen Motoren für Blende und Zoom. Seit 2021 unterstützt das System auch moderne Vollformat-Kameras mit großvolumigen Objektiven.
Praxiseinsatz im Film
Das System findet Anwendung bei Gimbal-Aufnahmen, Kran- und Drohnenfahrten, wo traditionelle mechanische Follow-Focus-Systeme nicht einsetzbar sind. Bei Steadicam-Operationen erlaubt Focus-Puller, abseits der Kamera zu arbeiten, ohne die Balance zu beeinträchtigen. Die programmierbaren A/B-Fokuspunkte erlauben schnelle Schärfeverlagerungen zwischen vordefinierten Distanzen. In engen Drehsituationen kann der Focus-Puller außerhalb des Aufnahmebereichs positioniert werden, während präzise Fokussteuerung gewährleistet bleibt.
Vergleich & Alternativen
Das Nucleus-N positioniert sich zwischen günstigen Consumer-Systemen und High-End-Lösungen wie dem Preston FIZ oder Arri WCU-4. Im Gegensatz zu mechanischen Follow-Focus-Systemen wie dem Arri FF-5 eliminiert es Kabelverbindungen und mechanische Übertragungen. Das konkurrierende DJI Focus-System bietet ähnliche Funktionalität, jedoch mit proprietärer Integration in DJI-Gimbals. Für größere Produktionen mit mehreren Kameras bleibt das Preston MDR-3 aufgrund höherer Reichweite und Kanalanzahl die bevorzugte Wahl.