10K-Scheinwerfer mit 10.000 Watt Leistung — Hochleistungsscheinwerfer für großflächige Ausleuchtung von Sets und Außenaufnahmen.
Überblick
Als Tener wird im englischsprachigen Filmlicht-Jargon ein Scheinwerfer mit 10.000 Watt (10K) bezeichnet. Der Name leitet sich von "ten" (zehntausend Watt) ab und gehört zur traditionellen Wattklassen-Nomenklatur der Kunstlicht-Fresnels (z. B. Baby, Junior, Senior, Tener). In dieser Klasse zählt der Tener zu den leistungsstärksten klassischen Tungsten-Stufenlinsenscheinwerfern.
Geprägt und als Markenname etabliert wurde der Begriff durch Mole-Richardson, einen US-amerikanischen Hersteller von Studiolicht. Die "Tener"-Reihe von Mole-Richardson umfasst sowohl klassische Wolfram-Halogen-Fresnels als auch eine moderne LED-Variante.
Bauformen und technische Daten
Mole-Richardson führt mehrere Tener-Modelle. Die folgenden Angaben stammen aus Herstellerdaten bzw. Händler-Spezifikationen:
| Modell | Leistung | Fresnel-Linse | Spannung / Strom |
|---|---|---|---|
| Baby-Tener (Type 4181) | 10.000 W (Quarz-Halogen) | 14" (ca. 36 cm) | 120/240 V AC/DC, ca. 83 A |
| Tener Solarspot (Type 4371) | 10.000 / 12.000 W | 20" (ca. 51 cm), Pyrex | 120/240 V AC/DC, bis 100 A |
| 1600W Tener LED, Tungsten (Type 9361) | 1.600 W (LED, 3200 K) | 14" (ca. 36 cm) Borosilikatglas-Fresnel | 90–250 V AC, 14,5 A max. |
| 1600W Tener LED, Daylite (Type 9371) | 1.600 W (LED, 5600 K) | 14" (ca. 36 cm) Borosilikatglas-Fresnel | 90–250 V AC, 14,5 A max. |
Die Tungsten-Modelle arbeiten mit einer Farbtemperatur von rund 3200 K (Kunstlicht). Der Tener Solarspot (Type 4371) bietet mit der mitgelieferten "Hot Lens" einen Abstrahlwinkel von etwa 17° bis 43°, mit optionaler "Cold Lens" etwa 28° bis 54°. Beide klassischen Köpfe sind massive, schwere Studiogeräte mit Heckfokussierung über Handkurbel.
Der LED-Tener heißt bei Mole-Richardson offiziell "1600W Tener LED" und nimmt real rund 1.600 W auf. Er ist in einer Tungsten-Version (Type 9361, ca. 3200 K) und einer Tageslicht- bzw. "Daylite"-Version (Type 9371, ca. 5600 K) erhältlich. Beide Köpfe sind mit 90–250 V AC und maximal 14,5 A spezifiziert und damit am normalen Netzstrom betreibbar. Der Abstrahlwinkel ist variabel von etwa 10° bis 55° (Spot bis Flut). Auf der offiziellen Mole-Richardson-Spezifikationsseite ist lediglich von einer "proprietären LED" die Rede; Händler-Listings (z. B. AC-ET) führen die Lichtquelle als Quantum-Dot-LED. Trotz der vergleichsweise geringen realen Leistungsaufnahme wird der LED-Tener im Handelsmarketing als Ersatz für klassische Tungsten- bzw. HMI-Köpfe der 10K-Klasse beworben; Mole-Richardson selbst nennt auf der Spec-Seite keinen direkten Äquivalenzwert.
Einsatz am Set
Ein Tener ist ein typischer "harter" Schlüssel- oder Hintergrundscheinwerfer für große Sets, Tageslicht-Aufhellung durch Fenster oder zur Simulation von Sonnenlicht. Wegen Gewicht, Stromaufnahme und Hitzeentwicklung der Tungsten-Modelle erfordern sie schwere Stative bzw. Combo-Stands, ausreichend dimensionierte Stromversorgung und entsprechende Wärmeabsicherung.
- Klassischer Einsatz: weiträumige Ausleuchtung, harter Key, Sonnen- und Fensterlicht in der Tiefe.
- Die Tungsten-Tener gehören zu den größten gebräuchlichen Fresnel-Köpfen; darüber rangieren nur noch Geräte wie der 20K.
- Die LED-Variante kommt dort zum Einsatz, wo die hohe Anschlussleistung und Hitze klassischer 10K-Tungsten unerwünscht sind und Netzstrom statt Generatorleistung verfügbar ist.