Sonys proprietäres Speicherkarten-System für 4K/8K-RAW-Aufzeichnung in professionellen Kameras wie F55 und F65.
Technische Details
AXS-Karten basieren auf SSD-Technologie mit einem proprietären 68-Pin-Anschluss. Die Karten messen 129 × 106 × 17 mm und wiegen etwa 250 Gramm. Sony produzierte drei Hauptvarianten: AXS-A512S24 (512 GB), AXS-A1TS24 (1 TB) und die später eingeführte AXS-A2TS24 (2 TB). Der AXS-R7 External Recorder kann zwei Karten parallel beschreiben und erreicht dabei kombinierte Datenraten von bis zu 4,8 GB/s. Die Karten arbeiten in einem Temperaturbereich von -10°C bis +65°C und überstehen Stürze aus 1,5 Metern Höhe.
Geschichte & Entwicklung
Sony stellte das AXS-System im Februar 2013 zusammen mit der F65 CineAlta vor, um den enormen Datenstrom von unkomprimierten 4K-RAW-Aufnahmen zu bewältigen. 2014 folgte der externe AXS-R5 Recorder, 2016 der kompaktere AXS-R7. Ab 2017 erweiterte Sony die Kompatibilität auf die FX9 und andere professionelle Kameras. Das System erreichte seinen Höhepunkt um 2018, wurde aber ab 2020 zunehmend durch CFexpress Type B und interne NVMe-Speicher ersetzt.
Praxiseinsatz im Film
Produktionen wie "The Amazing Spider-Man 2" und "Guardians of the Galaxy" setzten Sony F65-Kameras mit AXS-Speicher für 4K-RAW-Aufnahmen ein. Der typische Workflow umfasst die Aufnahme auf AXS-Karten, Transfer über den AXS-CR1 Card Reader (Thunderbolt 3, bis zu 10 Gb/s) und Archivierung auf LTO-Bändern. Bei 4K RAW 16-bit entstehen etwa 7,5 GB pro Minute Filmmaterial. Vorteil: Verlustfreie Aufzeichnung ohne Kompression. Nachteil: Hohe Anschaffungskosten von über 3.000 Euro pro 1TB-Karte und proprietäres Format ohne Drittanbieter-Support.
Vergleich & Alternativen
AXS konkurrierte hauptsächlich mit RED Mini-Mags und Codex-Speicherkarten. Während RED auf Kompression setzte, bot Sony echtes RAW ohne Qualitätsverlust. Moderne CFexpress Type B-Karten erreichen ähnliche Geschwindigkeiten (bis 1,7 GB/s) bei deutlich niedrigeren Kosten und offenen Standards. Sony selbst migrierten neuere Kameras wie die FX6 und FX3 zu CFexpress. AXS bleibt relevant für bestehende F65/F55-Installationen und Archivprojekte, gilt jedoch als auslaufende Technologie.