Größe der Lichtaustrittsöffnung bestimmt Härte und Ausbreitung des Lichts — kleinere Softboxen erzeugen härtere Schatten.
Überblick
Mit "Softbox Size" ist die physische Größe der Leuchtfläche einer Softbox gemeint – also die Abmessungen des diffusen Frontstoffs, durch den das Licht austritt. Dieses Maß ist der wichtigste Faktor dafür, ob eine Softbox weiches oder hartes Licht erzeugt. Grundregel: Je größer die leuchtende Fläche im Verhältnis zum Motiv erscheint, desto weicher wird das Licht und desto sanfter verläuft der Übergang von Licht zu Schatten.
Entscheidend ist dabei nicht die absolute Größe, sondern die scheinbare Größe aus Sicht des Motivs. Eine kleine Softbox nah am Motiv kann dieselbe Weichheit erzeugen wie eine große Softbox in größerer Entfernung – mit dem Unterschied, dass der Lichtabfall (Inverse-Square-Law) bei der nahen, kleinen Quelle deutlich schneller verläuft.
Größe und Lichtwirkung
Die Wahl der Größe ist immer ein Kompromiss zwischen Lichtcharakter, Reichweite und Set-Platz:
| Größenklasse | Lichtcharakter | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Klein / Strip | Kontrastreicher, härtere Schattenkanten | Kanten- und Konturlicht, Produkt, enge Akzente |
| Mittel | Ausgewogen weich, vielseitig | Allround-Hauptlicht, Interviews, Porträt |
| Groß / Octa | Sehr weicher Wrap, sanfte Verläufe | Flächiges Schauspielerlicht, weiches Key, Ganzkörper |
Als Faustregel gilt, die Größe ungefähr an die Fläche des auszuleuchtenden Motivs anzupassen: Für Kopf- bzw. Halbnah-Einstellungen reichen kleinere Boxen, für Ganzkörper bzw. größere Flächen werden entsprechend größere Quellen oder mehrere Einheiten verwendet.
Größe vs. Abstand
Größe und Abstand wirken zusammen. Wird eine Softbox näher ans Motiv gebracht, vergrößert sich ihre scheinbare Größe und das Licht wird weicher – wird sie weiter weggezogen, schrumpft sie aus Motiv-Sicht und die Schatten werden härter. Gleichzeitig regelt der Abstand über das Abstandsgesetz die Helligkeit und vor allem die Steilheit des Lichtabfalls: Eine große Quelle erlaubt mehr Abstand bei gleichbleibend weichem Licht und damit gleichmäßigere Ausleuchtung über die Tiefe der Szene.
Einsatz am Set
Bei der Planung am Set wird die Softbox-Größe nach gewünschtem Lichtcharakter, verfügbarem Platz und der gewünschten Lichtmenge gewählt. Größere Softboxen schlucken mehr Licht und brauchen entsprechend stärkere Leuchten, sind aber unempfindlicher gegenüber kleinen Positionsänderungen des Talents. Kleinere Boxen sind leichter, schneller gestellt und kontrollierbarer, erzeugen aber bei gleicher Distanz härteres Licht und schnelleren Abfall.