Ein budgetfreundliches anamorphes Objektiv der 1,33x-Serie von Sirui mit 35mm Brennweite für vielseitige Kinematografie.
Überblick
Das Sirui 35mm F1.8 1.33x Anamorphic ist ein manuell fokussierendes anamorphes Cinema-Objektiv des chinesischen Herstellers Sirui. Es gehört zur preisgünstigen 1,33x-Anamorphic-Serie, mit der Sirui anamorphe Optiken auch für kleinere Produktionen und Hobby-Filmer zugänglich gemacht hat. Das Objektiv staucht das Bild horizontal um den Faktor 1,33x: Bei der Aufnahme mit einem 16:9-Sensor entsteht nach dem Entzerren (Desqueeze) ein cinematisches Seitenverhältnis von etwa 2,4:1. Charakteristisch sind die für anamorphe Optiken typischen blauen Streak-Flares (Lens Flares) sowie ovale Bokeh-Lichter im Unschärfebereich.
Das Objektiv ist für den Super35- bzw. APS-C-Bildkreis ausgelegt; eine baugleiche Variante existiert für das kleinere MFT-Format (Micro Four Thirds). Fokus und Blende werden manuell gestellt – eine Autofokus-Funktion besitzt diese ältere 35mm-Version nicht.
Technische Daten
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Brennweite | 35 mm |
| Anamorpher Squeeze-Faktor | 1,33x |
| Lichtstärke / Blendenbereich | f/1.8 bis f/16 |
| Bildkreis | Super35 / APS-C (auch MFT-Variante) |
| Optischer Aufbau | 13 Elemente in 9 Gruppen |
| Blendenlamellen | 10 |
| Filtergewinde | 67 mm |
| Naheinstellgrenze | ca. 0,85 m |
| Gewicht | ca. 700 g |
| Länge | ca. 117 mm |
| Fokussierung | manuell |
Das Objektiv ist in mehreren nativen Anschlüssen erhältlich (u. a. MFT, Leica L, Canon RF) sowie für Sony E, Canon EF-M und Nikon Z.
Einsatz am Set
Eingesetzt wird das Objektiv vor allem für narrative Kurzfilme, Musikvideos und Imagefilme, in denen mit kleinem Budget ein anamorpher Look erzeugt werden soll. In der Postproduktion muss das gestauchte Material entzerrt werden (Desqueeze um 1,33x), damit Proportionen und das Breitbild-Seitenverhältnis korrekt erscheinen; viele Schnittprogramme und Kameras bieten dafür eine entsprechende Voreinstellung.
Da Fokus und Blende rein mechanisch arbeiten, eignet sich das Objektiv für die kontrollierte Arbeit mit Follow-Focus und Mattebox. Die vergleichsweise große Naheinstellgrenze von rund 0,85 m schränkt jedoch sehr nahe Aufnahmen kleiner Objekte ein – für enge Inserts wird in der Regel ein Achromat-Vorsatz (Diopter) benötigt. Die ausgeprägten blauen horizontalen Flares lassen sich gezielt durch direkte oder seitliche Lichtquellen im Bild provozieren und sind ein wesentliches Stilmittel des anamorphen Looks.