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Single-Fokus-Anamorphot
Kamera · Technik

Single-Fokus-Anamorphot

Single Focus Anamorphic
1 33 11 66 11 78 1 · 8 verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
Kamera · Technik

Single-Fokus-Anamorphot

Single Focus Anamorphic
1 33 11 66 11 78 1 · 8 verwandte Begriffe Murnau AI illustration
1 33 11 66 11 78 11 85 12 00 12 35 12 39 12 76 1

Anamorphot-Objektiv mit nur einem Fokusring statt separater Nah- und Fernfokussierung — vereinfacht die Bedienung erheblich.

Technische Details

Single-Fokus-Anamorphote arbeiten mit einem integrierten Kompensationsmechanismus, der die mechanische Kopplung zwischen Fokus- und Anamorphot-Einstellung automatisiert. Typische Brennweiten reichen von 25mm bis 200mm, wobei die Lichtstärke meist zwischen T2.8 und T4 liegt. Die horizontale Kompression erfolgt über zylindrische Linsenelemente mit einem Faktor von 2:1, während die vertikale Bildebene unverändert bleibt. Moderne Single-Focus-Systeme erreichen eine Auflösung von über 6K bei minimaler chromatischer Aberration.

Geschichte & Entwicklung

Die ersten Single-Fokus-Anamorphote entwickelte Panavision 1958 als Antwort auf die umständliche Handhabung der ursprünglichen Hypergonar-Systeme von Henri Chrétien. Todd-AO führte 1962 mit der Serie 35 die ersten vollintegrierten Single-Focus-Objektive ein. Zeiss revolutionierte 1999 den Markt mit den Master Anamorphic-Objektiven, die erstmals durchgängig T1.9 Lichtstärke bei Single-Focus-Funktionalität boten. Atlas Lens Co. etablierte ab 2016 mit den Orion-Objektiven eine neue Generation bezahlbarer Single-Focus-Anamorphote für Independent-Produktionen.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins nutzte Arri Master Anamorphic 40mm und 75mm Single-Focus-Objektive für "Blade Runner 2049" (2017), um die charakteristischen horizontalen Lens Flares bei gleichzeitig präziser Fokussierung zu erzielen. "Mad Max: Fury Road" (2015) verwendete durchgängig Panavision G-Series Single-Focus-Objektive für schnelle Fokus-Pulls während der Verfolgungssequenzen. Single-Focus-Systeme reduzieren die Fokussierzeit um etwa 40% gegenüber Dual-Focus-Aufbauten und eliminieren die Gefahr von Synchronisationsfehlern zwischen beiden Fokusebenen.

Vergleich & Alternativen

Dual-Focus-Anamorphote erfordern die separate Einstellung von sphärischer Grundoptik und anamorphem Vorsatz, bieten jedoch oft höhere optische Qualität bei geringeren Kosten. Digitale Anamorphot-Simulation erreicht den 2,39:1-Look ohne optische Verzerrung, verzichtet jedoch auf charakteristische Bokeh-Effekte und Lens Flares. ARRI Signature Primes mit 2,39:1-Sensor-Crop bieten ähnliche Bildwirkung bei sphärischer Optik, während Cooke Anamorphic/i-Objektive als moderne Single-Focus-Alternative zu Zeiss Master Anamorphic gelten.

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