Festbrennweiten-Serie für digitale Vollformat-Kameras — handwerklich gefertigte Objektive mit charakteristischem, leicht weichem optischen Eindruck. Beliebt für Narrativfilm und Portraitfotografie.
Überblick
Die Sigma FF Classic Art Prime Line (auch "FF Classic Prime Line" genannt) ist eine 2019 zur IBC vorgestellte und ab Anfang 2020 verfügbare Serie von Cine-Festbrennweiten für Vollformat-/Large-Format-Sensoren. Sie basiert optisch auf der Sigma FF High Speed Prime Line, ist aber bewusst auf einen "klassischen", vintage-anmutenden Look ausgelegt: niedriger Kontrast, warme Bildanmutung und ausgeprägtes, gut steuerbares Flare/Ghosting.
Der Kern-Trick: Während die regulären Sigma-Cine-Primes vollständig vergütet sind, sind bei den Classic Art Primes nur das vorderste und das hinterste Element beschichtet, die übrigen Elemente bleiben unvergütet. Dadurch werden Reflexe und Flares nicht unterdrückt, sondern bewusst zugelassen. Die Flares erscheinen neutral/weiss und nehmen die Farbe der Lichtquelle an, was sich mit farbigem (RGB-)Licht gezielt einfärben lässt.
Technische Daten
Die Serie umfasst 10 Festbrennweiten mit weitgehend einheitlicher Lichtstärke. Da die unvergüteten Elemente mehr Licht reflektieren, fällt der T-Stop trotz identischer optischer Rechnung (F1.4/F1.8) niedriger aus als bei vergüteten Objektiven.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Brennweiten | 14, 20, 24, 28, 35, 40, 50, 85, 105, 135 mm |
| Lichtstärke | T2.5 (14 mm und 135 mm: T3.2) |
| Bildkreis | Vollformat (Bildkreis ca. 43,3 mm, Ausleuchtung über 46,3 mm) |
| Auflösung | 6K–8K-Klasse |
| Anschluss | PL-Mount |
| Metadaten | Cooke /i Technology kompatibel (elektronische Kontakte) |
| Frontdurchmesser | 95 mm |
| Fokus-Drehweg | 180° |
Einsatz am Set
Die einheitlichen Front-Durchmesser (95 mm) und standardisierten Zahnring-Positionen erlauben schnelle Objektivwechsel ohne Neupositionierung von Follow-Focus, Motoren oder Mattebox. Über die /i-Technology-Kontakte liefern die Objektive Linsen-Metadaten an Kamera und Postproduktion (relevant z.B. für VFX).
Wegen des starken, gestalterischen Flares und des geringen Kontrasts werden die Classic Art Primes weniger als universelle Allround-Optiken eingesetzt, sondern gezielt für Musikvideos, Tanz- und Bewegungsfilme sowie kreative Werbe- und Imagefilme. Wichtig für die Lichtplanung: Da Flares hier nicht unterdrückt werden, reagieren die Objektive sehr empfindlich auf direkte und seitliche Lichtquellen, der Effekt lässt sich über Position und Farbe der Quelle aktiv steuern.