Seitliche Abschattung mit Barndoors oder Flaggen. Begrenzt den Lichtstrahl horizontal und verhindert ungewollte Lichtreflexe.
Technische Details
Standard-Side Chops messen zwischen 10-30 cm Länge und sind in Winkeln von 15°, 30°, 45° und 60° erhältlich. Die Befestigung erfolgt über genormte Zubehörhalter mit 16mm- oder 28mm-Spigots. Moderne Ausführungen bestehen aus eloxiertem Aluminium mit matter Schwarzbeschichtung zur Reflexionsvermeidung. Hochtemperatur-Varianten für HMI-Leuchten vertragen Betriebstemperaturen bis 200°C. Einige Modellen verfügen über verstellbare Gelenke mit Rastpunkten in 5°-Schritten für präzise Justierung während der Aufnahme.
Geschichte & Entwicklung
Side Chops entwickelten sich in den 1940er Jahren aus den ursprünglich verwendeten improvisierten Pappkartons und Sperrholzbrettern. 1952 führte Mole-Richardson die ersten serienmäßigen Metall-Side Chops für ihre 2K-Fresnel-Serie ein. Der Durchbruch kam 1967 mit den modularen Barn Door-Systemen von Arri, bei denen Side Chops als separate Komponenten konzipiert wurden. Seit den 1990er Jahren ermöglichen computergestützte Designs optimierte Lichtverteilungskurven mit bis zu 40% weniger Streulicht gegenüber Standardausführungen.
Praxiseinsatz im Film
In "Blade Runner 2049" (2017) nutzte DoP Roger Deakins Side Chops an LED-Panels, um die charakteristischen vertikalen Lichtstreifen in den Innenszenen zu erzeugen. Bei Porträtaufnahmen begrenzen Side Chops das Spitzlicht auf Wangenknochen und Nasenrücken, ohne die Augenpartie zu beeinträchtigen. In Dialogszenen verhindern sie Überblendungen zwischen Key- und Fill-Light, was besonders bei 2.39:1-Formaten kritisch ist. Der Einsatz reduziert Nachbearbeitungszeit, da weniger digitale Maskierung erforderlich wird.
Vergleich & Alternativen
Anders als Top/Bottom Chops arbeiten Side Chops ausschließlich horizontal und beeinflussen nicht die vertikale Lichtverteilung. Gobos bieten komplexere Musterung, erfordern jedoch größeren Abstand zur Lichtquelle. Moderne LED-Panels mit integrierten Honeycomb-Gittern ersetzen zunehmend mechanische Side Chops, erreichen aber nur 75% der Schärfe traditioneller Metallausführungen. Für bewegte Kamerafahrten bleiben mechanische Side Chops aufgrund ihrer konstanten Charakteristik unersetzlich, während programmierbare LED-Lösungen bei statischen Setups Vorteile bieten.