Berechnung finaler Bilder aus 3D-Szenen-Daten einschließlich Geometrie, Materialien und Beleuchtung.
Überblick
Im lichttechnischen Sprachgebrauch bezeichnet Rendering die Farbwiedergabe einer Lichtquelle – also wie naturgetreu sie die Farben der beleuchteten Objekte erscheinen lässt, verglichen mit einer Referenzlichtquelle gleicher Farbtemperatur. Eine Lampe mit schlechtem Rendering verfälscht Farben (typisch bei Quellen mit lückenhaftem Spektrum wie manchen LED- oder Entladungslampen), während eine gut wiedergebende Quelle Hauttöne, Kostüme und Set-Dekoration korrekt zeigt.
Am Set ist das Color Rendering ein zentrales Auswahlkriterium für Scheinwerfer, weil schlechte Farbwiedergabe in der Postproduktion nur eingeschränkt korrigierbar ist – fehlt im Spektrum ein Farbbereich, kann die Kamera ihn nicht aufzeichnen.
Kennzahlen: CRI und TLCI
Die Farbwiedergabe wird über Indizes quantifiziert. Die beiden für Film und TV relevanten sind:
- CRI / Ra (Color Rendering Index): Der allgemeine Farbwiedergabeindex Ra ist der Mittelwert aus acht Test-Farbmustern (R1–R8). Skala in der Regel 0–100, wobei 100 die Referenzquelle bedeutet. Werte ab etwa 90 gelten als gut. Der CRI bewertet die Farbwahrnehmung des menschlichen Auges, nicht die einer Kamera.
- R9 (gesättigtes Rot): Ein zusätzliches Farbmuster außerhalb des Ra-Mittelwerts. R9 ist für die Wiedergabe von Hauttönen besonders wichtig und wird deshalb in der Filmpraxis oft separat angegeben.
- TLCI (Television Lighting Consistency Index): Speziell für TV/Film entwickelt; bewertet die Farbwiedergabe so, wie ein Kamerasensor sie „sieht", statt über das menschliche Auge. Skala 0–100.
Bewertungsstufen (CRI vs. TLCI)
| Kennzahl | Skala | Bezugssystem | Berechnungsgrundlage |
|---|---|---|---|
| CRI / Ra | 0–100 (i. d. R.) | Menschliches Auge | Mittelwert R1–R8 |
| TLCI | 0–100 | Kamerasensor (Software-Modell) | EBU Tech 3355 (TLCI-2012) |
Einsatz am Set
Bei der Auswahl von LED-Scheinwerfern achten Beleuchter und DPs auf hohe CRI- und vor allem TLCI-Werte, damit Lichtquellen unterschiedlicher Hersteller im Bild farblich zusammenpassen und der Korrekturaufwand in der Post gering bleibt. Für TV- und Broadcast-Produktionen gilt das TLCI als aussagekräftiger als der CRI, weil es die Spektralempfindlichkeit der Kamera berücksichtigt. Das TLCI wurde von Alan Roberts (ehemals BBC) gemeinsam mit der European Broadcasting Union (EBU) entwickelt; die Berechnung ist in EBU Tech 3355 als „TLCI-2012" spezifiziert.
Achtung – Begriffsabgrenzung: „Rendering" im Sinne von Color Rendering ist nicht zu verwechseln mit dem Rendering in CGI/VFX und Post (dem Berechnen von Bildern aus 3D-Szenen) oder mit dem Bild-„Rendering" in Schnitt-Software. In Lichttechnik und Gerätedatenblättern meint Rendering die Farbwiedergabe.