Filmlexikon.
Unterstützen
Rendern
Kamera · Technik

Rendern

Rendering
Murnau AI illustration
Kamera · Technik

Rendern

Rendering
15lb sandbag20 c stand216 diffusion · 8 Verwandte Begriffe Murnau AI illustration
15lb sandbag 20 c stand 216 diffusion 250 diffusion 251 diffusion 25lb sandbag 35lb sandbag 40 c stand

Berechnung finaler Bilder aus 3D-Szenen-Daten einschließlich Geometrie, Materialien und Beleuchtung.

Überblick

Im lichttechnischen Sprachgebrauch bezeichnet Rendering die Farbwiedergabe einer Lichtquelle – also wie naturgetreu sie die Farben der beleuchteten Objekte erscheinen lässt, verglichen mit einer Referenzlichtquelle gleicher Farbtemperatur. Eine Lampe mit schlechtem Rendering verfälscht Farben (typisch bei Quellen mit lückenhaftem Spektrum wie manchen LED- oder Entladungslampen), während eine gut wiedergebende Quelle Hauttöne, Kostüme und Set-Dekoration korrekt zeigt.

Am Set ist das Color Rendering ein zentrales Auswahlkriterium für Scheinwerfer, weil schlechte Farbwiedergabe in der Postproduktion nur eingeschränkt korrigierbar ist – fehlt im Spektrum ein Farbbereich, kann die Kamera ihn nicht aufzeichnen.

Kennzahlen: CRI und TLCI

Die Farbwiedergabe wird über Indizes quantifiziert. Die beiden für Film und TV relevanten sind:

  • CRI / Ra (Color Rendering Index): Der allgemeine Farbwiedergabeindex Ra ist der Mittelwert aus acht Test-Farbmustern (R1–R8). Skala in der Regel 0–100, wobei 100 die Referenzquelle bedeutet. Werte ab etwa 90 gelten als gut. Der CRI bewertet die Farbwahrnehmung des menschlichen Auges, nicht die einer Kamera.
  • R9 (gesättigtes Rot): Ein zusätzliches Farbmuster außerhalb des Ra-Mittelwerts. R9 ist für die Wiedergabe von Hauttönen besonders wichtig und wird deshalb in der Filmpraxis oft separat angegeben.
  • TLCI (Television Lighting Consistency Index): Speziell für TV/Film entwickelt; bewertet die Farbwiedergabe so, wie ein Kamerasensor sie „sieht", statt über das menschliche Auge. Skala 0–100.

Bewertungsstufen (CRI vs. TLCI)

KennzahlSkalaBezugssystemBerechnungsgrundlage
CRI / Ra0–100 (i. d. R.)Menschliches AugeMittelwert R1–R8
TLCI0–100Kamerasensor (Software-Modell)EBU Tech 3355 (TLCI-2012)

Einsatz am Set

Bei der Auswahl von LED-Scheinwerfern achten Beleuchter und DPs auf hohe CRI- und vor allem TLCI-Werte, damit Lichtquellen unterschiedlicher Hersteller im Bild farblich zusammenpassen und der Korrekturaufwand in der Post gering bleibt. Für TV- und Broadcast-Produktionen gilt das TLCI als aussagekräftiger als der CRI, weil es die Spektralempfindlichkeit der Kamera berücksichtigt. Das TLCI wurde von Alan Roberts (ehemals BBC) gemeinsam mit der European Broadcasting Union (EBU) entwickelt; die Berechnung ist in EBU Tech 3355 als „TLCI-2012" spezifiziert.

Achtung – Begriffsabgrenzung: „Rendering" im Sinne von Color Rendering ist nicht zu verwechseln mit dem Rendering in CGI/VFX und Post (dem Berechnen von Bildern aus 3D-Szenen) oder mit dem Bild-„Rendering" in Schnitt-Software. In Lichttechnik und Gerätedatenblättern meint Rendering die Farbwiedergabe.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Fehler melden
Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

FilmFarm FilmRadarBald verfügbarFilmPulseBald verfügbarFilmNumbersBald verfügbarFilmCapitalBald verfügbarFilmLabBald verfügbarFilmBalanceBald verfügbarFilmCircusBald verfügbar