REDs kompakte Cinema-Kamera mit Dragon-Sensor für 5K-Aufnahmen. Kleinere, leichtere Alternative zur Epic mit ähnlicher Bildqualität.
Technische Details
Der MYSTERIUM-Sensor der Scarlet bietet eine native ISO von 800 und einen Dynamikumfang von 13,5 Blendenstufen. Das Kameragehäuse (Brain) wiegt 2,3 kg und misst 127 x 89 x 89 mm. Die interne Komprimierung erfolgt in REDCODE RAW mit wählbaren Komprimierungsstufen von 3:1 bis 18:1. Als Aufzeichnungsmedium dienen RED's proprietäre RED-DRIVE-SSDs oder CompactFlash-Karten. Die Scarlet-X-Variante erweiterte die Framerate auf bis zu 120 fps bei 2K-Auflösung und bot verbesserte Low-Light-Performance durch optimierte Sensortechnologie.
Geschichte & Entwicklung
RED kündigte die Scarlet 2008 als erschwingliche Alternative zur RED ONE an, ausgeliefert wurde sie jedoch erst 2010 nach mehrfachen Designänderungen. Ursprünglich als 3K-Kamera für 3.000 US-Dollar geplant, erschien sie schließlich als 4K-System für 9.750 US-Dollar. 2012 folgte die Scarlet-X mit verbessertem Sensor und höheren Frameraten. Die Produktion endete 2016 zugunsten der WEAPON- und EPIC-W-Serien, die auf dem DRAGON-Sensor basieren.
Praxiseinsatz im Film
Peter Jackson setzte 48 Scarlet-X-Kameras für die HFR-Aufnahmen (High Frame Rate) von "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" (2012) ein. Die kompakten Abmessungen machten sie ideal für Steadicam-Operationen und enge Drehsituationen. Typische Workflows erfordern intensive Postproduktion, da R3D-Material erhebliche Rechenleistung für Debayering und Farbkorrektur benötigt. Die modularen Anschlüsse (LEMO, Fischer) ermöglichen verschiedene Konfigurationen für Handheld-, Gimbal- oder Stativanwendungen.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zur größeren RED EPIC bietet die Scarlet bei niedrigeren Kosten eingeschränkte Framerate-Optionen und weniger Anschlüsse. Direktkonkurrenten waren die Blackmagic Cinema Camera 4K (2012) und Sony's FS700. Moderne Alternativen wie die RED KOMODO (2020) bieten vergleichbare 4K-Auflösung bei deutlich reduzierten Kosten und verbesserter Ergonomie. Für Budget-Productions mit 4K-Anforderungen bleibt die gebraucht verfügbare Scarlet eine Option, erfordert jedoch Expertise im Umgang mit RED's Workflow-Pipeline.