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Proskar
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Proskar

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Carl Zeiss Proskar: Anamorphe Objektivserie für 16mm-Film mit 2:1 Squeeze-Faktor und charakteristischen Lens Flares.

Technische Details

Das Proskar-System arbeitet mit zylindrischen Glaslinsen, die ausschließlich in horizontaler Richtung komprimieren. Die Objektive besitzen typischerweise Brennweiten zwischen 35mm und 100mm bei einer maximalen Blende von f/2.8. Das charakteristische blaue Coating der Frontlinse reduziert Streulicht um etwa 15% gegenüber unbehandelten Oberflächen. Proskar-Objektive erzeugen horizontale Lens Flares und ovale Bokeh-Kreise im Verhältnis 2:1. Die Mindestfokussierung liegt bei 1,2 Metern, das Filtergewinde misst standardmäßig 95mm.

Geschichte & Entwicklung

SOM Berthiot führte das Proskar-System 1954 als Alternative zu CinemaScope ein, nachdem 20th Century Fox die Lizenzgebühren für ihre anamorphotischen Objektive drastisch erhöht hatte. Erste Anwendung fand das System im französischen Film "Napoléon" (1955) von Sacha Guitry. 1962 übernahm Angenieux die Produktion und verbesserte die optische Qualität erheblich. Die Produktion endete 1978, als Panavision und Technovision den Markt dominierten. Heute existieren noch etwa 200 funktionsfähige Proskar-Objektive weltweit.

Praxiseinsatz im Film

Proskar-Objektive kamen hauptsächlich in französischen und italienischen Produktionen der 1960er Jahre zum Einsatz, darunter Sergio Leones "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968). Die Objektive erfordern eine spezielle Kalibrierung des Kamera-Suchers und eine präzise Ausrichtung, da bereits 0,5° Rotation sichtbare Bildverzerrungen verursachen. Bei Nachtaufnahmen neigen Proskar-Objektive zu charakteristischen Doppelkonturen bei Lichtquellen. Die Schärfentiefe entspricht der eines sphärischen Objektivs derselben Brennweite.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu CinemaScope-Objektiven besitzen Proskar-Linsen eine geringere chromatische Aberration, jedoch eine stärkere Vignettierung an den Bildrändern. Moderne Hawk V-Lite oder Cooke Anamorphic/i-Objektive bieten deutlich bessere optische Leistung, erreichen aber nicht den spezifischen "Vintage-Look" der Proskar-Optiken. Während Panavision-Objektive ausschließlich vermietet werden, können Proskar-Objektive gekauft werden – allerdings zu Sammlerpreisen zwischen 15.000 und 25.000 Euro pro Objektiv.

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