Kompakte Handeinheit von Preston für die drahtlose Steuerung von Focus, Iris und Zoom am Kameraobjektiv.
Technische Details
Die HU3 arbeitet mit einem 7,4V Li-Ion-Akku (Sony L-Series kompatibel) und bietet eine Betriebsdauer von circa 8 Stunden. Das Gehäuse wiegt 680 Gramm und misst 190 x 120 x 45 mm. Der Schärfenring verfügt über 360°-Endlosdrehung mit programmierbaren mechanischen Endanschlägen. Das System unterstützt bis zu drei simultane Motorensteuerung (Schärfe, Zoom, Blende) und kann bis zu 99 verschiedene Objektiv-Kalibrierungen speichern. Die Funkverbindung arbeitet mit 128-Bit-Verschlüsselung und automatischer Kanalwahl bei Interferenzen.
Geschichte & Entwicklung
Preston Cinema Systems führte die erste HU3-Generation 2016 als Nachfolger der HU2 ein. Firmengründer Preston Hirten entwickelte bereits 1979 das erste elektronische Follow-Focus-System für die Filmindustrie. Die HU3 erhielt 2017 ein Firmware-Update für RED-Kamera-Integration und 2019 die Mk II-Version mit verbessertem Display und längerer Akkulaufzeit. 2021 folgte die aktuelle Mk III mit erweiterter Kompatibilität für Sony FX-Serie und ARRI Alexa Mini LF.
Praxiseinsatz im Film
Kameraoperator Tom Sigel verwendete die HU3 bei "Bohemian Rhapsody" (2018) für komplexe Handkamera-Sequenzen mit präzisen Schärfenverlagerungen während der Konzertszenen. Das System bewährte sich bei "1917" (2019) für die scheinbar ununterbrochenen Plansequenzen, wo First Assistant Cameraman Charlie Hamilton simultane Schärfe- und Zoomsteuerung über bis zu 200 Meter Distanz ausführte. Die HU3 ermöglicht Lens-Mapping mit bis zu 16 individuellen Fokuspunkten pro Objektiv und bietet A/B-Schärfenwechsel mit programmierbaren Überblendzeiten von 0,1 bis 30 Sekunden.
Vergleich & Alternativen
Direkter Konkurrent ist das Tilta Nucleus-M System (ab 1.200 Euro vs. 8.500 Euro für Preston HU3), welches jedoch nur 100-Meter-Reichweite und weniger präzise Kalibrierung bietet. Das ARRI cforce mini RF kostet 4.800 Euro, beschränkt sich aber primär auf ARRI-Kameras. Moderne Alternativen wie das Teradek RT MK3.1 (3.200 Euro) bieten ähnliche Funktionalität, erreichen aber nicht die Präzision und Zuverlässigkeit der Preston-Systeme bei schwierigen Funkbedingungen.