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Praktika-Korrektur
Licht · Begriffe

Praktika-Korrektur

Practical Correction
Murnau AI illustration
color correction tungsten correction daylight correction

Farbkorrektur von sichtbaren Lampen im Bild — passt Farbtemperatur an das restliche Lichtsetup an.

Überblick

Practical Correction bezeichnet keine einzelne Gerätekategorie, sondern eine Beleuchtungs- und Grip-Technik: das Anpassen von Practicals – also Lichtquellen, die im Kamerabild sichtbar sind (Tischlampen, Deckenleuchten, Wandleuchten, Neonschilder, Fernseher, Kerzen) – an die Farbtemperatur, Helligkeit und Lichtqualität der übrigen Szenenbeleuchtung.

Practicals stehen anders als gesetztes Filmlicht direkt im Bild und können dort weder verschoben noch ausgeblendet werden, ohne die Bildkomposition zu verändern. Ihre Glühmittel weichen häufig in Farbtemperatur und Leistung von der gewünschten Lichtstimmung ab. Practical Correction sorgt dafür, dass diese sichtbaren Quellen glaubwürdig in das Lichtkonzept passen, statt durch Farbstich oder Überbelichtung (Bulb-Blowout) zu stören.

Methoden der Korrektur

Die Korrektur erfolgt typischerweise über mehrere kombinierbare Eingriffe:

  • Farbkorrektur mit Gelfolien: CTB (Color Temperature Blue) kühlt eine warme Tungsten-Quelle Richtung Tageslicht; CTO (Color Temperature Orange) wärmt eine tageslichtbalancierte Quelle Richtung Kunstlicht. Beide gibt es in abgestuften Stärken (z. B. Full, ½, ¼).
  • Glühmittel-Tausch (Bulb Swap): Austausch der vorhandenen Birne gegen eine leistungsschwächere oder farblich passende Lampe (z. B. LED-Retrofit mit definierter Farbtemperatur) statt Korrektur am laufenden Licht.
  • Helligkeitskontrolle: Dimmer beziehungsweise Squeezer (Rheostate/Hand-Squeezer) in der Zuleitung reduzieren die Ausgangsleistung der Practical.
  • Lichtqualität: Diffusion vor oder um das Leuchtmittel mildert harte Schatten einer nackten Birne.

Korrektur per Dimmer vs. ND-Folie

Beim Reduzieren der Helligkeit ist die Wahl des Mittels entscheidend für die Farbe: Dimmt man eine Tungsten-Lampe herunter, wird sie wärmer (sinkende Farbtemperatur), und manche LEDs verschieben dabei ihren Farbton. Eine ND-Gelfolie (Neutraldichte) senkt dagegen die Lichtmenge, ohne die Farbtemperatur zu verändern – nützlich, wenn eine Practical im Bild bleiben soll, ohne auszufressen, die Farbe aber stabil bleiben muss.

MethodeWirkungFarbverschiebung
CTB-Foliekühlt Richtung Tageslichtgewollt (kälter)
CTO-Foliewärmt Richtung Kunstlichtgewollt (wärmer)
Dimmer/Squeezerreduziert Helligkeitja (Tungsten wird wärmer)
ND-Foliereduziert Helligkeitnein (neutral)

Einsatz am Set

Practical Correction ist Aufgabe von Gaffer und Beleuchtungscrew in Abstimmung mit dem Kameradepartment. Üblich ist, mit der schwächsten passenden Korrekturstärke zu beginnen (etwa ¼ oder ½ statt sofort Full), da Wandreflexionen, Kostümfarben und das Eigenlicht der Birne eine volle Korrektur schnell unnatürlich wirken lassen. Ziel ist, dass die sichtbare Practical das gesetzte, außerhalb des Bildes platzierte Filmlicht in Richtung, Charakter und Farbe motiviert, statt selbst als Fehlerquelle aufzufallen.

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