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Open Matte
Kamera · Technik

Open Matte

Murnau AI illustration
compositing keying green screen blue screen chroma key roto rotoscoping clip on matte box

Vollständige Sensoraufnahme die mehrere Seitenverhältnisse aus einem Dreh ermöglicht.

Überblick

"Open Matte" (deutsch sinngemäß "geöffnete Maske") bezeichnet keine Geräte- oder Grip-Ausrüstung, sondern eine Aufnahme- und Auswertungstechnik. Ein Film wird auf einem Negativ mit annähernd quadratischem Bildfeld belichtet (volle Aperture bzw. Academy-Format). Für die Kinoauswertung wird das Bild oben und unten durch eine Maske ("Matte") auf das gewünschte Breitwandformat beschnitten. Wird diese Maske bei einer späteren Auswertung – klassisch für 4:3-Fernsehen oder Heimvideo – wieder entfernt, "öffnet" sich das Bild nach oben und unten und zeigt mehr Bildhöhe als die Kinofassung. Genau das ist eine Open-Matte-Fassung.

Im Unterschied zum Pan-and-Scan, das die Bildränder links und rechts beschneidet, um Breitwandmaterial auf ein quadratischeres Format zu zwingen, fügt Open Matte oben und unten ungesehenes Bildmaterial hinzu. Eng verbunden ist die Technik mit der "Soft Matte"-Belichtung: Die Kamera nimmt das gesamte Bildfeld auf, die endgültige Breitwand-Bildbegrenzung entsteht erst durch eine Maske in der Projektion bzw. im Postprozess (im Gegensatz zur "Hard Matte", bei der die Maske bereits fest im Bild liegt).

Beteiligte Bildformate

FormatSeitenverhältnisRolle
Silent Aperture (Vollformat)1,33:1belichtete Negativfläche / offene Maske
Academy1,37:1Scan-Basis vieler Open-Matte-Fassungen
Kino-Breitwand1,66:1 / 1,85:1abgematte Kinofassung
16:9-TV1,78:1häufiges Auswertungsformat

Hinweis: Die genauen Verhältnisse hängen vom jeweiligen Negativ- und Auswertungsformat ab; bei Super-35-Produktionen wird Open Matte oft mit Pan-and-Scan kombiniert, weil Visual-Effects-Shots im breiteren Format gerendert wurden und sich nicht ohne Weiteres öffnen lassen.

Relevanz für Beleuchtung und Grip

Für die Set-Arbeit ist Open Matte vor allem als Warnung relevant: Der Bereich oberhalb und unterhalb der sichtbaren Kino-Bildbegrenzung ist auf dem Negativ mitbelichtet. Was im "geschützten" Maskenbereich aufgebaut wird, kann in einer Open-Matte-Fassung plötzlich sichtbar werden – typischerweise Galgen/Mikrofonangeln (Boom), Lampenstative, Kabel, Top-Lichter oder Set-Kanten. Wer für Breitwand komponiert, muss daher wissen, ob eine ungematte Fassung geplant ist ("protect for open matte"): In diesem Fall muss der gesamte belichtete Frame sauber bleiben, nicht nur der Kinobildausschnitt.

Sucher und Monitore zeigen die Begrenzung meist über eingeblendete Hilfslinien (Frame Lines / Safe Areas) für das Kinoformat. Beleuchtung und Grip orientieren sich beim "Cleanen" des Bildes jedoch sinnvollerweise am vollen aufgenommenen Bildfeld, sofern eine Open-Matte-Auswertung nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist.

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