Scheinwerfer ohne Fresnel-Linse — erzeugt hartes, direktes Licht mit unscharfen Schatten und breiter Streuung.
Technische Details
Klassische Open-Face-Scheinwerfer arbeiten mit Halogen-Glühlampen von 650W bis 10.000W, moderne LED-Varianten erreichen 100-1000W bei vergleichbarer Lichtausbeute. Der parabolische Reflektor aus poliertem Aluminium fokussiert das Licht der zentral platzierten Lichtquelle. Der Flood-Spot-Mechanismus verschiebt die Lampe entlang der optischen Achse um 15-25mm, wodurch sich der Abstrahlwinkel zwischen 15 Grad (Spot) und 65 Grad (Flood) variieren lässt. Typische Vertreter sind der Arri 650 Plus oder Dedolight DLED4.
Geschichte & Entwicklung
Mole-Richardson entwickelte 1963 den ersten professionellen Open-Face-Scheinwerfer "Mighty Mole" für das aufkommende Location-Filming. Ianiro folgte 1968 mit der Redhead-Serie, die zum Industriestandard wurde. In den 1980er Jahren führten Lowel und Arri kompakte Varianten für das ENG-Segment ein. Ab 2010 revolutionierten LED-Open-Face-Leuchten wie die Aputure LS-Serie den Markt durch geringere Wärmeentwicklung und variable Farbtemperatur.
Praxiseinsatz im Film
Open-Face-Scheinwerfer eignen sich als harte Lichtquellen für Aufhellungen und Effektlicht. Roger Deakins setzte in "No Country for Old Men" (2007) Redheads für die charakteristische Gegenlichtgestaltung ein. Bei Außenaufnahmen dienen sie als Fill-Light oder zur Simulation von Kunstlicht in Fenstern. Der ungleichmäßige Lichtkegel erzeugt natürlich wirkende Helligkeitsverläufe. Ohne Diffusion entstehen harte Schatten mit deutlichen Kanten, die für dramatische Beleuchtung genutzt werden.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu Fresnel-Scheinwerfern fehlt die gleichmäßige Lichtverteilung und stufenlose Fokussierung. PAR-Scheinwerfer bieten härteres, direktionaleres Licht bei geringerer Flexibilität. Moderne LED-Panels ersetzen zunehmend klassische Open-Face-Leuchten durch bessere Farbwiedergabe (CRI >95) und Dimmbarkeit ohne Farbtemperaturverschiebung. Für Budget-Produktionen bleiben Halogen-Open-Face-Scheinwerfer aufgrund der niedrigen Anschaffungskosten relevant.