Schwerer C-Stand mit ausziehbaren Beinen und Rollensatz — Standard-Stativ für große Modifier und schwere Leuchten.
Technische Details
Das System arbeitet mit zwei separaten Ballasten: einem elektronischen 2000W-Vorschaltgerät für die HMI-Komponente und einem Standard-Dimmer für den Tungsten-Anteil. Die HMI-Seite liefert 32.000 Lumen bei 5600K, der Fresnel erreicht 28.000 Lumen bei 3200K. Das Yoke-Mount wiegt 18,5 kg und benötigt einen Heavy-Duty-Stand der Klasse 3. Beide Brenner lassen sich unabhängig fokussieren: die HMI von 12° bis 55° Abstrahlwinkel, der Fresnel von 8° bis 65°. Die Stromaufnahme beträgt maximal 3,2 kW bei 220V-Betrieb.
Geschichte & Entwicklung
Arri entwickelte die Mombo Combo 1987 als Antwort auf die komplexen Beleuchtungsanforderungen bei Mischlicht-Situationen. Cinematographer Sven Nykvist verwendete das System erstmals bei Dreharbeiten zu "Pelle der Eroberer" (1987), um nahtlose Tag-Nacht-Übergänge zu realisieren. 1994 folgte die Mombo Combo Plus mit verbesserter Kühlung und DMX-Steuerung. Seit 2003 integriert Arri LED-Module als dritte Lichtquelle, 2019 kam die vollelektronische Steuerung via App hinzu.
Praxiseinsatz im Film
Roger Deakins nutzte die Mombo Combo extensiv bei "Skyfall" (2012) für die Szenen im Shanghaier Wolkenkratzer, um gleichzeitig warmes Innenlicht und kühles Außenlicht zu simulieren. Das System eignet sich besonders für komplexe Innenräume mit Fensterlicht oder Mischlicht-Situationen in Bürogebäuden. Der Workflow erfordert präzise Vorplanung der Farbtemperatur-Balance und separate Filterung beider Komponenten. Nachteil: Das hohe Gewicht begrenzt mobile Einsätze, der Stromverbrauch erfordert 32A-Anschlüsse.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zur klassischen Kino Flo-Banks mit separaten Daylight/Tungsten-Röhren bietet die Mombo Combo punktuelle Lichtführung. Moderne LED-Panels wie das Arri SkyPanel S360-C ersetzen zunehmend HMI/Tungsten-Kombinationen durch stufenlose Farbtemperatur-Regelung von 2800K bis 10.000K. Bei Budget-Produktionen verwenden Gaffers oft zwei separate 1K-Redheads mit CTB/CTO-Filterung als kostengünstige Alternative, verzichten dabei jedoch auf die präzise mechanische Kopplung und einheitliche Lichtcharakteristik der Mombo-Lösung.