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MGM Camera 65
Kamera · Begriffe

MGM Camera 65

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MGM Camera 65: Breitwand-Kamerasystem von MGM Studios für 65mm-Film mit anamorphen Objektiven für Ultra Panavision 70.

Technische Details

Das MGM Camera 65-System basierte auf modifizierten Mitchell-Kameras mit speziellen 65mm-Filmtransportmechanismen. Die Kamera belichtete einen Bildbereich von 52,6 mm Breite bei 23,0 mm Höhe, wobei fünf Perforationslöcher pro Bild verwendet wurden. Anders als bei Standard-35mm-Film lief der 65mm-Film horizontal durch die Kamera. Das System arbeitete mit einer Bildfrequenz von 24 fps und ermöglichte durch die große Negativfläche eine außergewöhnliche Bildschärfe und Detailauflösung. Die Objektive stammten hauptsächlich von Panavision und wurden speziell für das großformatige System kalibriert.

Geschichte & Entwicklung

MGM führte das Camera 65-System 1957 ein, als Antwort auf die Konkurrenz durch Todd-AO und Cinerama. Der erste Film, der vollständig mit diesem System gedreht wurde, war "Raintree County" (1957). Das System erreichte seinen künstlerischen Höhepunkt mit David Leans "Lawrence von Arabien" (1962), wo die Wüstenlandschaften die technischen Möglichkeiten des Formats voll ausschöpften. Nach dem kommerziellen Misserfolg mehrerer 65mm-Produktionen stellte MGM das System Anfang der 1970er Jahre ein. Insgesamt entstanden nur etwa 15 Filme mit MGM Camera 65.

Praxiseinsatz im Film

Das System eignete sich besonders für Epen und Landschaftsaufnahmen, wie in "Ben Hur" (1959) und "2001: Odyssee im Weltraum" (1968) demonstriert. Kubrick nutzte die hohe Auflösung für die detailreichen Raumschiff-Modelle und Spezialeffekte. Der Workflow erforderte spezielle Entwicklungsanlagen und Kopierwerke, da Standard-35mm-Labore das Format nicht verarbeiten konnten. Nachteile waren das hohe Filmgewicht, der erhöhte Verschleiß der Kameras durch den dickeren Film und die Notwendigkeit, stärkere Beleuchtung einzusetzen, um die größere Negativfläche optimal zu belichten.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu Todd-AO verwendete MGM Camera 65 sphärische statt anamorphotischer Objektive, was natürlichere Proportionen ergab. Während Cinerama drei synchrone 35mm-Kameras nutzte, arbeitete MGM Camera 65 mit einer einzigen Kamera und vermied dadurch Bildnähte. Moderne Alternativen sind digitale IMAX-Kameras oder 65mm-Systeme wie die Arriflex 765, die das ursprüngliche Format technisch weiterentwickelt haben. Heute wird 65mm hauptsächlich für Prestigeproduktionen eingesetzt, etwa Christopher Nolans Filme, wobei Panavision System 65 als direkter Nachfolger des MGM-Systems gilt.

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