Isolierung bestimmter Bildbereiche für selektive Effekte oder Korrekturen.
Überblick
Als Masking (deutsch: Abmaskieren, Kaschieren) bezeichnet man in der Kameratechnik das gezielte Abdecken von Teilen des Bildfeldes durch eine undurchsichtige Maske. Die Technik dient zwei grundsätzlich verschiedenen Zwecken: der gestalterischen Begrenzung des Bildausschnitts (etwa um eine Point-of-View-Sicht durch ein Fernglas, Schlüsselloch oder Visier zu imitieren) und der technischen Festlegung des Bildseitenverhältnisses, dem sogenannten Matting.
Im gestalterischen Sinn wird das Bild durch eine Maske – häufig im Matte-Box-System vor dem Objektiv oder als gezeichnetes Overlay – an den Rändern oder in einer charakteristischen Form (rund, oval, Schlüssellochkontur) abgedeckt. Vom Begriff Flagging bzw. Cutting der Grip-Abteilung ist Masking abzugrenzen: Dort wird mit Flags und Cutters Lichtstreuung außerhalb oder innerhalb des Bildes kontrolliert, nicht das Bildfeld selbst maskiert.
Masking zur Bildgestaltung
Eine vor das Objektiv gesetzte oder in der Postproduktion ergänzte Maske begrenzt den sichtbaren Bildausschnitt auf eine definierte Form. Typische Einsätze:
- POV-Optik: Kreisförmige oder Doppelkreis-Masken simulieren den Blick durch Fernglas, Zielfernrohr oder Teleskop.
- Vignettierung/Kontur: Schlüsselloch-, Oval- oder Rundmasken erzeugen einen begrenzten, oft erzählerisch motivierten Blick.
- Mise-en-scène-Masking: Ein Vordergrundobjekt oder eine Figur verdeckt absichtlich Teile des Hintergrunds.
Aspect-Ratio-Masking (Matting)
Beim Matting wird das Bild auf das gewünschte Seitenverhältnis beschränkt. Historisch wurde aus dem vollformatigen 35-mm-Negativ (Academy-Format 1,37:1) ein Breitwandformat erzeugt, indem oben und unten ein schwarzer Balken abgedeckt wurde.
| Verfahren | Vorgehen | Folge |
|---|---|---|
| Hard Matte | Maskierung bereits in der Kamera; Bereiche außerhalb der Maske werden nicht belichtet. | Bildausschnitt ist fest auf dem Negativ definiert. |
| Soft Matte | Volles Frame wird belichtet; Beschnitt erfolgt erst bei Projektion oder in der Post. | Bildreserve außerhalb des Soll-Formats bleibt erhalten (Open-Matte-Material möglich). |
Einsatz am Set
Für die korrekte Bildkomposition während des Drehs wird das Zielformat sichtbar gemacht – klassisch über eine Mattscheibe (Ground Glass) mit eingeätzten Formatmarkierungen im Sucher, heute zusätzlich über Frame-Guides bzw. Surround-Masking-Overlays auf digitalen Suchern und Monitoren. So lässt sich auch bei Soft-Matte-Dreh sicher auf das geplante Endformat komponieren, ohne den vollen Sensor- oder Negativbereich aufzugeben.