30mm Weitwinkelobjektiv von Meyer-Optik Görlitz — vintage Objektiv mit charakteristischer Bokeh-Qualität für Retro-Look.
Technische Details
Lydith 30 weist eine Dichte von 2,17 g/cm³ auf und erreicht eine Biegefestigkeit von 65 MPa bei einer Druckfestigkeit von 500 MPa. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt 1,64 W/(m·K), während der E-Modul bei 55 GPa liegt. Das Material zeigt eine außergewöhnliche Dimensionsstabilität über einen Temperaturbereich von -196°C bis +700°C. In der optischen Fertigung ermöglicht die homogene Kristallstruktur eine Oberflächenrauheit von Ra < 1 nm nach entsprechender Bearbeitung. Die chemische Zusammensetzung besteht primär aus Li₂O·Al₂O₃·nSiO₂ mit kontrollierten β-Spodumen- und β-Quarz-Mischkristallphasen.
Geschichte & Entwicklung
Schott entwickelte Lydith 30 erstmals 1968 als Weiterentwicklung der Zerodur-Technologie für astronomische Teleskope. Die erste filmtechnische Anwendung erfolgte 1973 in hochauflösenden Reproduktionskameras für Technicolor-Kopierwerke. Panavision integrierte 1981 Lydith-30-Komponenten in ihre Super-70-Kamerasysteme für Temperaturschwankungen bei Außendrehs. ARRI verwendete das Material ab 1995 in den ersten digitalen Kinokamera-Prototypen für thermisch stabile Sensorhalterungen. Die moderne RED-Kameraserie nutzt seit 2007 Lydith-30-Elemente zur Stabilisierung des Sensor-Assemblys bei 6K- und 8K-Auflösungen.
Praxiseinsatz im Film
Lydith 30 kommt vorrangig in thermisch kritischen Kamerakomponenten zum Einsatz: Sensorhalterungen, Referenzspiegel in Suchersystemen und präzise Filterhalter. Bei "Blade Runner 2049" (2017) verwendete Roger Deakins ARRI ALEXA-Kameras mit Lydith-30-stabilisierten Sensormodulen für konsistente Farbwiedergabe bei extremen Temperaturschwankungen der LED-Wände. Die Steadicam-Gyrosysteme nutzen Lydith-30-Referenzflächen für präzise Horizontkalibrierung. In 65mm-IMAX-Kameras verhindert das Material thermische Defokussierung bei langen Einstellungen unter Studioleuchten. Der Workflow erfordert spezialisierte Bearbeitungsverfahren und Reinraumfertigung.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu Zerodur (α = 0 ± 0,05 × 10⁻⁶/K) bietet Lydith 30 bessere mechanische Eigenschaften bei geringfügig höherem Ausdehnungskoeffizienten. Invar-Legierungen erreichen ähnliche thermische Stabilität, sind jedoch 3,6-mal schwerer und magnetisch. Carbon-Faserverbundwerkstoffe bieten vergleichbare Gewichtsvorteile, jedoch mit anisotropen Eigenschaften und Feuchtigkeitsempfindlichkeit. Ultra-Low-Expansion-Gläser (ULE) der Corning Inc. stellen die direkteste Alternative dar, zeigen jedoch höhere Kosten bei vergleichbaren Eigenschaften. Moderne Silicon-Carbide-Keramiken übertreffen Lydith 30 in der Steifigkeit, erfordern jedoch komplexere Beschichtungen für optische Anwendungen.