Bajonettanschluss von Leica für Messsucher-Kameras, eingeführt 1954. Auflagemaß 27.8mm ermöglicht Adaption auf viele moderne Kameras.
Technische Details
Der M-Mount arbeitet mit einem Innendurchmesser von 44mm und verfügt über sechs Sensoren zur Objektiverkennung bei digitalen M-Kameras. Das Auflagemaß von 27,8mm liegt deutlich unter dem von Spiegelreflexkameras (Canon EF: 44mm, Nikon F: 46,5mm). Moderne M-Mount-Objektive übertragen Brennweiten- und Blendendaten über elektrische Kontakte an den Kamerabody. Das System unterstützt Brennweiten von 16mm bis 280mm, wobei Objektive ab 28mm ohne Sucher-Problematik verwendbar sind.
Geschichte & Entwicklung
Leica führte den M-Mount 1954 mit der Leica M3 ein und löste damit das seit 1930 verwendete Schraubgewinde L39 ab. Konstrukteur war Willy Kütter, der ein schnelleres Objektivwechseln ermöglichen wollte. 1984 erweiterte Leica das System um die 6-Bit-Kodierung für automatische Objektiverkennung. Mit der digitalen Leica M8 (2006) kamen elektronische Kontakte hinzu. Heute produzieren neben Leica auch Zeiss, Voigtländer und Cosina Objektive für den M-Mount.
Praxiseinsatz im Film
Cinematographen schätzen M-Mount-Objektive an spiegellosen Kameras für dokumentarische Arbeiten und Steadicam-Aufnahmen wegen ihrer kompakten Bauweise und geringen Gewichts. Das Leica Summicron-M 50mm f/2.0 wiegt nur 240g gegenüber vergleichbaren Cine-Optiken mit 800-1200g. Filmemacher wie Sean Baker verwendeten M-Mount-Objektive an Sony-Kameras für "Tangerine" (2015). Die durchgehende Blendenringe-Mechanik ermöglicht stufenlose Blendenübergänge während der Aufnahme.
Vergleich & Alternativen
Gegenüber Cine-Mounts (PL, EF) bietet das M-Mount keine Parfokalisierung und Focus-Gearing für Follow-Focus-Systeme. Sony E-Mount (18mm Auflagemaß) und Micro Four Thirds (19,25mm) ermöglichen durch Adapter die Nutzung von M-Mount-Objektiven mit Infinity-Focus. Canon RF-Mount und Nikon Z-Mount sind moderne Alternativen mit elektronischer Kommunikation und größerem Durchmesser. Für High-End-Produktionen bleiben spezialisierte Cine-Objektive erste Wahl, während M-Mount-Optiken ihre Stärke bei Mobile-Setups und Available-Light-Situationen ausspielen.