Spezialobjektiv mit sondenförmiger Konstruktion — ermöglicht extreme Nahaufnahmen (2:1 Makro) bei f/14 Lichtstärke. Ideal für präzise Detailaufnahmen auf engstem Raum ohne Lichtverlust.
Überblick
Das Laowa 24mm f/14 2x Macro Probe ist ein Spezial-Makroobjektiv des chinesischen Herstellers Venus Optics (Marke Laowa). Es gilt als das erste in Großserie gefertigte sogenannte Probe-Objektiv: ein ungewöhnlich langer, dünner Tubus, der tief in enge Räume, in oder hinter Objekte sowie an die Wasseroberfläche geführt werden kann, ohne dass Kamera oder Bediener das Motiv stören. Es ist ein manuelles Objektiv (Fokus und Blende werden von Hand gestellt) für Vollformat-Sensoren.
Charakteristisch ist die Kombination aus Weitwinkel-Brennweite und 2:1-Makro: Im Gegensatz zu einem klassischen Tele-Makro erzeugt die kurze Brennweite eine stark übertriebene, weitwinklige Nahperspektive (von Venus Optics als „Bug Eye“ bzw. Insektenperspektive vermarktet) und liefert bei Nahaufnahmen eine deutlich größere Schärfentiefe samt sichtbarem Hintergrund. Eingesetzt wird es vor allem in Werbe-, Food-, Natur- und Insektenfilm sowie für ungewöhnliche Erzählperspektiven in Spielfilm und Musikvideo.
Technische Daten
Optische und mechanische Eckdaten (laut Hersteller- und Händlerangaben):
- Brennweite: 24 mm (Vollformat)
- Blendenbereich: f/14 bis f/40 (Cine-Version als T14 bezeichnet)
- Maximaler Abbildungsmaßstab: 2:1 (2-fache Vergrößerung), Fokus von Makro bis unendlich
- Optischer Aufbau: 27 Linsen in 19 Gruppen, darunter 2 ED-Elemente (geringe Dispersion) und 1 Element mit hohem Brechungsindex
- Bildwinkel: ca. 84,1° (Weitwinkel-„Bug Eye“-Perspektive)
- Arbeitsabstand: rund 2 cm bei 2:1-Vergrößerung
- Tubuslänge: ca. 40 cm; Gewicht: ca. 474 g
Die vordere Tubusspitze ist wasserfest, sodass das Objektiv teilweise ins Wasser eingetaucht werden kann. An der Spitze sitzt ein integriertes LED-Ringlicht zur Ausleuchtung des unmittelbaren Nahbereichs, das über Micro-USB mit Strom versorgt wird.
Versionen und Mounts
Das Objektiv ist in mehreren Bajonettvarianten erhältlich, unter anderem Canon EF, Nikon F, Sony FE sowie als PL-Mount-Version für Cine-Kameras. Neben der Foto-Standardausführung bietet Venus Optics eine „Cine-Mod“-Version mit klickloser Blende und genormten Zahnkränzen (Gears) an Fokus- und Blendenring an, die Schärfe- und Blendenzüge mit Followfocus am Set erleichtert.
Einsatz am Set
Wegen Arbeitsabstand und Tubusform erlaubt das Objektiv Kamerafahrten dicht an oder durch Motive hindurch, etwa über Speisen, durch Modellbauten, in Maschinen oder knapp über bzw. unter der Wasseroberfläche. Die feste Blende ab f/14 bedeutet eine vergleichsweise lichtschwache Optik; in Kombination mit dem geringen Arbeitsabstand ist zusätzliche Beleuchtung in der Praxis meist nötig – das integrierte LED-Ringlicht deckt nur den unmittelbaren Frontbereich ab. Stabilisierung über Rig, Schlitten oder Motion-Control ist bei dem langen, schlanken Tubus üblich, um Verwacklungen im Makrobereich zu vermeiden.