Diffusor-Gewebe vor Fenster oder Licht montiert — schwächt Helligkeit, streut Licht weiß und weich ab. Ersetzt teure diffuse Tageslicht-Lichttechnik.
Du bringst eine Innere Leinwand — oder wie wir auf Set sagen, ein Interior Screen — immer dann vor ein Fenster oder eine Leuchte, wenn du starkes, hartes Licht zu Hause zähmen musst, ohne die Gesamthelligkeitsebene kollabieren zu lassen. Das Gewebe — meist Ripstop-Nylon oder spezielles Diffusor-Material — sitzt vor der Lichtquelle, nicht dahinter. Es streut die Photonen breit auf, verwandelt einen Laser-ähnlichen Strahl in ein weiches, gleichmäßiges Fluter.
Die praktische Kraft liegt darin: Du brauchst keine zusätzliche 12k-HMI und keinen Riesen-Bounce für dein Interior-Set. Stattdessen öffnest du das Fenster, montierst das Screen-Gewebe in den Rahmen — meist mit Gaffer's Tape oder kleinen C-Stands — und schon hast du eine riesige, diffuse Lichtfläche, die deine Szene durchflutet, ohne scharfe Schatten zu werfen. Der Helligkeitsverlust liegt je nach Material zwischen 1–1.5 Blendenstufen; das ist verschmerzbar und planbar. Besonders bei Tageslicht-Innenaufnahmen ein Klassiker: Feuer- und Polizei-Dramen, Gerichtsgebäude, Büro-Szenen. Du legst das Screen an und vergisst es danach; es arbeitet einfach.
Am Set unterscheiden wir zwischen Full Diffusion — das Material ist völlig opak — und Single oder Double Diffusion, wo noch Transparenz bleibt. Ein Full-Diffusion-Screen ist brutaler, braucht aber mehr Lichtkraft hinter sich. Du wählst je nach Situation: Knallt die Sonne rein und du brauchst kontrolliertes, weiches Licht für Nahaufnahmen? Full Screen. Möchtest du noch ein wenig Modellierung und nur die Kanten weicher machen? Single reicht.
Montage ist einfach: Grip-Rahmen, Speed Rail, oder notfalls zwei C-Stands und eine Stange. Gaffer und Grip sprechen hier oft von « Spreader Bar » oder « Frame » — das Screen selbst ist nur der Stoff. Wichtig: immer auf Wind prüfen. Ein flatterndes Diffusor-Tuch am Fenster ist ein unkontrolliertes Licht. Auch die Flächengröße planen — du brauchst genug Material, um den ganzen Fensterbereich zu decken, sonst entstehen harte Kanten drumherum, die dich beim Schnitt ärgern.