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Geisterbild (Artefakt)
Kamera

Geisterbild (Artefakt)

Ghost Image / Ghosting
Murnau AI illustration
ghost image double exposure ghost image motion artifact

Unerwünschter visueller Fehlertrag — Nachbilder bei schnellen Kamerabewegungen, Bewegungsunschärfe oder fehlerhafte Sensor-Auslesung bei Digital. Problem, nicht Effekt.

Bei schnellen Schwenks oder Zooms entstehen plötzlich Doppelkonturen — Schattenkopien von Objekten, die dem Hauptbild hinterherziehen. Das ist das klassische Geisterbild, und es nervt jeden DoP, der damit kämpft. Entstehen tut das durch mehrere Mechanismen: Bei analogem Film führt zu kurze Verschlussöffnung während einer Kamerabewegung dazu, dass einzelne Bildflächen nicht vollständig belichtet werden. Bei Digital — wo wir heute fast immer arbeiten — kommt es durch fehlerhafte Rolling-Shutter-Auslesung oder durch Sensor-Lag vor. Der Chip gibt die Pixel-Information verzögert ab, wenn die Kamera sich bewegt; das Bild kann nicht schnell genug nachkommen.

Praktisch siehst du das besonders bei schnellen Panoramen oder beim Steadicam-Einsatz auf geraden Strecken. Ein Fensterrahmen schwimmt neben dem Hauptgegenstand her — sieht aus wie ein böses Nachbild. Bei Hochfrequenz-Bewegungen — etwa Objekte, die durchs Bild sausen — kann der Sensor nicht mehr folgen und wirft Ghosting-Artefakte. Besonders bei 24p oder 25p sieht man das deutlicher als bei höheren Bildraten, weil die zeitliche Auflösung geringer ist.

Gegenmittel: Längere Belichtungszeiten (Shutter-Winkel öffnen) — dann verschwimmt die Bewegung gleichmäßig, statt zu doppeln. Kamera langsamer bewegen oder die Bewegung rampen — sanfte Beschleunigung statt Ruck. Bei Digital hilft oft, die Sensor-Auslesungsgeschwindigkeit anzupassen oder die Bildrate zu erhöhen. Manche Kameras haben Global Shutter, der das Problem nicht hat — aber das ist teuer. Auch Linsen mit besserer optischer Auflösung helfen: Ghosting wird sichtbar, wenn der Sensor keine sauberen Kanten mehr auflösen kann.

Verwechsel das nicht mit Motion Blur oder Rolling Shutter-Effekten, die unter Umständen gewünscht sein können. Geisterbild ist ein Fehler — es gehört raus. Im Schnitt lässt es sich kaum noch korrigieren. Also besser am Set vermeiden: Test-Takes, langsame Bewegungen, Shutter anpassen, die richtige Framerate wählen.

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