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Vollformat
Kamera · Technik

Vollformat

Full Frame
Murnau AI illustration
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Sensorgröße entsprechend 35mm-Kleinbildfilm (36x24mm), bietet weiten Bildwinkel und geringe Schärfentiefe.

Am Set merkst du schnell, ob du mit Vollbild arbeitest oder nicht — die Brennweiten verhalten sich anders, der Look unterscheidet sich fundamental. Vollbild bedeutet, dass der Sensor oder Filmstreifen seine maximale Fläche zur Bildgestaltung nutzt. Bei digitalen Kameras sind das typischerweise 36×24mm (das klassische 35mm-Kino-Format), bei echtem 35er-Film exakt dieser Streifen. Crop-Sensoren schneiden davon einen Teil weg — das Bild wird enger, die effektive Brennweite erhöht sich um den sogenannten Crop-Faktor.

Praktisch bedeutet das: Deine 50er-Festbrennweite verhält sich auf einem Vollformat anders als auf APS-C. Das ist nicht einfach eine Frage der Pixel-Zahl. Vollbild gibt dir mehr Licht auf dem Sensor, besseres Rauschverhalten in Lowlight-Situationen und — das ist für DoPs entscheidend — eine flachere Schärfentiefe bei gleicher Blende. Du brauchst weniger künstliches Licht, um den Look zu erreichen, den du willst. Das spart Zeit und Geld auf der Produktion.

Historisch ist Vollbild der Standard — seit Lumière und Edison. Das 35mm-Kino-Format war nie eine Kompromisslösung, sondern die Norm. Crop-Sensoren kamen später aus wirtschaftlichen Gründen: kleinere Sensoren = günstigere Herstellung. Für TV-Produktionen, Web-Content oder Low-Budget-Projekte völlig ausreichend. Aber für Kinofilme, für Cinematography mit Anspruch, arbeitet man mit Vollbild oder größer (VistaVision, IMAX). Der Grund liegt in der optischen Qualität — mehr Sensorfläche erlaubt bessere Glas-Designs, weniger Kompromisse bei der Optik-Berechnung.

Die Kompatibilität ist ein weiterer Faktor: Vintage-Objektive, alte PL-Mount-Optiken aus der Kinogeschichte — sie sind alle für Vollbild designt. Setzt du sie auf einen Crop-Sensor, verlierst du ihr ursprüngliches Bildfeld. Einige Projekte zwingen dir auch technisch Vollbild auf — Netflix-Standards etwa fordern mittlerweile Vollformat-Aufnahme oder größer für bestimmte Serien-Grade. Es geht um künftige Archivierbarkeit und Upscale-Fähigkeit.

Am Dreh selbst bedeutet Vollbild auch größere Ausrüstung oft: schwerere Kameras, teurere native Vollformat-Objektive. Aber der optische Gewinn, die Flexibilität in der Nachbearbeitung und der klassische cinematische Look — das macht den Mehraufwand auf Produktionen mit Budget wett.

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