Kompakte Cinema-Zoomobjektive von Fujinon mit eingebauten Servomotoren für elektronische Fokus-, Zoom- und Blendensteuerung.
Technische Details
Die Cabrio-Serie umfasst vier Hauptvarianten: 14-35mm T2.9, 19-90mm T2.9, 25-300mm T3.5-4.2 und 85-300mm T2.9-4.0, alle mit PL-Mount und optional verfügbarem 2/3"-B4-Mount-Adapter. Das Gewicht variiert zwischen 2,3 kg (19-90mm) und 3,9 kg (25-300mm). Die Objektive verfügen über drei separate Steuerungsringe für Fokus, Zoom und Blende mit standardisierten 0,8mm-Zahnkränzen für Follow-Focus-Systeme. Ein abnehmbarer Servo-Drive ermöglicht motorisierte Zoom- und Fokussteuerung über 12-polige Hirose-Anschlüsse. Die Frontlinse hat einen Durchmesser von 136mm bei allen Modellen, die Naheinstellgrenze liegt je nach Brennweite zwischen 0,28m und 1,5m.
Geschichte & Entwicklung
Fujifilm stellte die erste Cabrio-Linse (19-90mm) 2012 auf der NAB in Las Vegas vor, als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach vielseitigen Objektiven für die entstehende 4K-Produktion. 2013 folgte das 14-35mm, 2014 das 25-300mm und 2018 schließlich das 85-300mm Modell. Die Entwicklung zielte darauf ab, die Lücke zwischen teuren Cine-Primes und günstigeren Broadcast-Zooms zu schließen, als immer mehr Produktionen zwischen dokumentarischen und narrativen Aufnahmestilen wechselten.
Praxiseinsatz im Film
Die Cabrio-Objektive etablierten sich besonders in der High-End-Dokumentarfilmproduktion und bei Independent-Spielfilmen mit begrenztem Budget. Kameraleute schätzen die konstante Lichtstärke über den gesamten Zoombereich und die geringe Verzerrung bei Weitwinkeleinstellungen. Der 19-90mm-Zoom deckt 85% der typischen Brennweiten einer Spielfilmproduktion ab, während das 25-300mm für Naturdokumentationen und Sportübertragungen eingesetzt wird. Die Servo-Funktion ermöglicht sanfte Zoomfahrten ohne Kameraassistenten, was bei Run-and-Gun-Produktionen entscheidend ist.
Vergleich & Alternativen
Im Vergleich zu Zeiss CZ.2-Objektiven bieten Cabrios ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei geringfügig schlechterer Abbildungsleistung. Canon CN-E-Zooms sind kostengünstiger, erreichen aber nicht die mechanische Präzision der Fujinons. Moderne Alternativen wie die Sigma Cine High Speed Zooms oder RED Pro Primes bieten teilweise lichtstärkere Blenden (T1.8), sind jedoch deutlich schwerer und teurer. Für Produktionen, die maximale Flexibilität bei kontrollierter Bildqualität benötigen, bleiben Cabrios konkurrenzlos – für höchste optische Ansprüche greifen Cinematographen weiterhin zu Prime-Objektiven.