Stufenlinsen-Scheinwerfer mit fokussierbarem Lichtstrahl — von Spot bis Flood verstellbar, benannt nach Augustin Fresnel.
Technische Details
Standard-Fresnel-Scheinwerfer für Film arbeiten mit Leistungen zwischen 150W und 20kW, wobei 1kW-, 2kW- und 5kW-Varianten am häufigsten verwendet werden. Die Fresnel-Linse hat typischerweise Durchmesser von 125mm (5"), 200mm (8") oder 250mm (10"). Der Abstrahlwinkel lässt sich stufenlos zwischen 10° (Spot) und 60° (Flood) regulieren, indem die Lampe relativ zur Linse verschoben wird. Moderne LED-Fresnel arbeiten bei 3200K oder 5600K Farbtemperatur mit CRI-Werten über 95. Die Lichtverteilung folgt einer Gaußschen Kurve mit definierten Abfallfaktoren: 50% Intensität am Feldrand, 10% an der Grenze zum Streulicht.
Geschichte & Entwicklung
1936 führte die Firma Mole-Richardson den ersten Fresnel-Scheinwerfer speziell für Hollywood-Studios ein. Der "Type 412" mit 2kW Leistung revolutionierte die Filmbeleuchtung, da er weicheres Licht als die bis dahin üblichen offenen Reflektorlampen erzeugte. In den 1940ern etablierte sich die Fresnel-Technologie als Standard für Schlüssellicht (Key Light) und Aufhellung. Ab den 1980ern kamen HMI-Fresnel auf den Markt, seit 2010 erobern LED-Fresnel die Sets aufgrund ihrer Effizienz und Farbsteuerung.
Praxiseinsatz im Film
Cinematographer Roger Deakins nutzte für "Blade Runner 2049" (2017) großflächig LED-Fresnel der Serie SkyPanel S360 für die charakteristische Orange-Cyan-Beleuchtung der Innenszenen. Fresnel-Scheinwerfer eignen sich besonders für Portraitaufnahmen, da ihr weiches Licht Hautstrukturen schmeichelt. Typischer Workflow: 2kW-Fresnel als Key Light in 45°-Position, 1kW-Fresnel als Fill Light mit Diffusion. Vorteil: präzise Lichtformung ohne harte Schatten. Nachteil: höheres Gewicht und Stromverbrauch gegenüber LED-Panels.
Vergleich & Alternativen
Fresnel unterscheiden sich von PAR-Scheinwerfern durch ihr weicheres Licht und von LED-Panels durch höhere Lichtleistung bei kleinerer Fläche. Moderne SoftLights wie Kinoflo oder ARRI SkyPanel ersetzen Fresnel zunehmend bei diffusem Flächenlicht. Für hartes, gerichtetes Licht bleiben Fresnel jedoch erste Wahl. Open-Face-Scheinwerfer sind günstiger, erzeugen aber härtere Schatten. LED-Fresnel wie ARRI L-Series kombinieren klassische Fresnel-Eigenschaften mit moderner Technologie: geringere Hitzeentwicklung, Farbtemperatur-Steuerung und DMX-Ansteuerung.