Schwergewichts-Gimbal für Kameras bis 15kg — ermöglicht stabilisierte Aufnahmen mit großen Kinokameras und Teleobjektiven.
Technische Details
Das MōVI XL wiegt 2,7 Kilogramram und unterstützt Kameras von der RED Epic bis zur Blackmagic URSA. Die drei Motoren (Tilt, Roll, Pan) arbeiten mit 32-Bit ARM-Prozessoren und erreichen eine Winkelgenauigkeit von ±0,02 Grad. Das System läuft mit 14,8V Lithium-Polymer-Akkus und bietet bis zu 12 Stunden Betriebszeit. Die maximalen Rotationsgeschwindigkeiten betragen 360°/s im Pan-, 180°/s im Tilt- und 90°/s im Roll-Modus. Die Fernsteuerung erfolgt über das MōVI Controller mit einer Reichweite von 300 Metern über proprietäres 2,4 GHz-Funk.
Geschichte & Entwicklung
Freefly Systems stellte das erste MōVI-System 2013 auf der NAB vor, nachdem Gründer Tabb Firchau und sein Team jahrelang an der Gimbal-Technologie gearbeitet hatten. Das MōVI XL erschien 2014 als Antwort auf die Nachfrage nach höheren Nutzlasten für professionelle Kinoproduktionen. Vincent Laforet setzte bereits den ersten MōVI-Prototyp für seinen Kurzfilm "Möbius" ein und demonstrierte damit das cinematographische Potenzial der Technologie. 2016 erhielt Freefly einen Technical Achievement Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.
Praxiseinsatz im Film
Das MōVI XL ermöglicht komplexe Kamerabewegungen ohne Kran oder Steadicam-Operator, etwa die berühmte 360-Grad-Drehung um Ryan Gosling in "La La Land" (2016) oder die fließenden Übergänge zwischen Handkamera und Gimbal-Shots in "Birdman" (2014). Typische Workflows umfassen das Balancing der Kamera vor Drehbeginn, Kalibrierung der Motoren und Programmierung von Bewegungsprofilen über die MōVI-App. Die Vorteile liegen in der sofortigen Einsatzbereitschaft und reduzierten Crew-Größe, während Nachteile die begrenzte Akkulaufzeit und Anfälligkeit für elektromagnetische Störungen bei LED-Beleuchtung darstellen.
Vergleich & Alternativen
Das MōVI XL positioniert sich zwischen dem kleineren MōVI M5 (2,3 kg Nutzlast) und dem schwereren MōVI Pro (6,8-15,9 kg). Direkte Konkurrenten sind der DJI Ronin 2 (13,6 kg Nutzlast) und der Stabilite Volt (9 kg). Während das MōVI XL durch präzise Motorsteuerung und intuitive Bedienung überzeugt, bietet der Ronin 2 höhere Nutzlasten zu geringeren Kosten. Für Handheld-Arbeiten mit mittelschweren Kameras bleibt das MōVI XL erste Wahl, für schwerere Setups mit Cine-Objektiven eignet sich eher der Ronin 2.