Tonmeister, der die Aufnahme und Bearbeitung der Foley-Geräusche überwacht und mischt.
Technische Details
Der Foley-Mixer arbeitet mit digitalen Mischpulten wie der Avid S6 oder SSL System T, die Sampling-Raten von 48 kHz oder 96 kHz bei 24-bit Auflösung verarbeiten. Seine Hauptwerkzeuge umfassen parametrische EQs mit Frequenzbereichen von 20 Hz bis 20 kHz, Kompressoren mit Attack-Zeiten von 0,1-100 ms und variable Halleffekte. Pro Aufnahmesession werden durchschnittlich 8-16 separate Mikrofonspuren gleichzeitig gemischt, wobei jeder Take in Echtzeit auf separate Spuren der Pro Tools- oder Nuendo-Session aufgezeichnet wird.
Geschichte & Entwicklung
Die Position etablierte sich in den 1950er Jahren, als Foley-Studios von Mono auf Stereo umstellten. Glen Glenn Sound war 1962 das erste Studio, das einen dedizierten Foley-Mixer beschäftigte. Der Durchbruch kam 1977 mit dem ersten 24-Spur-Foley-Setup für "Star Wars", wo Frank Warner und Ben Burtt die Arbeitsaufteilung zwischen Foley-Artist und Mixer perfektionierten. Seit den 1990er Jahren arbeiten Foley-Mixer ausschließlich digital, wobei die Umstellung auf 5.1-Surround ab 1995 neue räumliche Mischanforderungen schuf.
Praxiseinsatz im Film
Bei "A Quiet Place" (2018) mischte Foley-Mixer Ryan Collins über 200 verschiedene Schrittgeräusche live, während er gleichzeitig deren Lautstärke an die narrative Spannung anpasste. Der typische Workflow beginnt mit einem Spotting-Session, gefolgt von 6-8 Stunden täglicher Aufnahmezeit, in der 150-300 einzelne Foley-Events gemischt werden. Moderne Foley-Mixer verwenden Kontrollsurfaces mit berührungsempfindlichen Fadern, um Pegelbewegungen präzise zu automatisieren und dabei das Bild zu verfolgen.
Vergleich & Alternativen
Anders als der Re-Recording-Mixer, der in der finalen Mischung arbeitet, agiert der Foley-Mixer ausschließlich während der Aufnahmephase. Der Dialog-Mixer konzentriert sich auf Sprachverständlichkeit, während der Foley-Mixer atmosphärische und physische Geräusche formt. Vollautomatisierte Foley-Systeme wie EPICsound ersetzen bei Budget-Produktionen teilweise den Foley-Mixer, erreichen jedoch nicht die kreative Flexibilität und spontane Anpassungsfähigkeit eines erfahrenen Mixers bei komplexen Szenen.