Sammlung verschiedener Filter und Optiken zur gezielten Erzeugung von Lens Flares — für kreative Lichteffekte und Atmosphäre.
Technische Details
Standard-Flare-Sets umfassen Linear-Polarisationsfilter mit 0°, 45° und 90° Ausrichtung, Multi-Image-Prismen (3-fach, 5-fach, 6-fach) und Streak-Filter mit Transmissionswerten zwischen 85-95%. Pro-Mist-Filter in Stärken 1/8, 1/4, 1/2 und 1 ergänzen das Set zur Kontrolle von Kontrast und Glanzlichtern. Hochwertige Sets verwenden optisches Glas mit Multi-Coating, minderwertiges Equipment arbeitet mit Kunststoff-Optiken. Die Filter werden in Mattebox-Systemen oder direkt am Objektiv über 77mm-138mm Schraubgewinde montiert.
Geschichte & Entwicklung
Tiffen entwickelte 1974 das erste kommerzielle Flare-Set für Spielfilmproduktionen, nachdem Kameraleute wie Gordon Willis experimentell Strumpfhosen und Vaseline zur Bildmanipulation einsetzten. Schneider-Kreuznach führte 1979 die True-Streak-Serie ein, Formatt-Hitech folgte 1983 mit kostengünstigeren Resin-Filtern. Digital-Intermediate-Workflows ab 2000 reduzierten den Einsatz optischer Flare-Sets, da entsprechende Effekte in der Postproduktion entstehen. Hersteller wie K&F Concept und NiSi reaktivierten seit 2015 den Markt durch Instagram-orientierte Influencer-Sets.
Praxiseinsatz im Film
Steven Spielberg verwendete in "E.T." (1982) systematisch Tiffen Pro-Mist 1/2 Filter für emotionale Szenen, während Ridley Scott in "Blade Runner" (1982) Multi-Image-Prismen für Stadtlicht-Vervielfachungen einsetzte. J.J. Abrams etablierte ab "Star Trek" (2009) übertriebene Lens-Flares als Stilmittel, produziert durch speziell entwickelte Anamorphic-Streak-Filter. Die Aufnahme erfolgt meist bei Blendenwerten f/2.8-f/4, da geschlossene Blenden die Flare-Intensität reduzieren. Moderne LED-Panels mit 5600K Farbtemperatur erzeugen die stärksten Prismeneffekte.
Vergleich & Alternativen
Flare-Sets unterscheiden sich von Diffusionsfiltern durch gezielte Lichtstreuung statt Gesamtkontrast-Reduktion. Anamorphe Objektive (Panavision, ARRI Master Anamorphic) erzeugen natürliche horizontale Flares ohne Filtereinsatz. Software-Lösungen wie Red Giant Optical Flares oder Sapphire LensFlare simulieren identische Effekte kostengünstiger. In-Camera-Flares bieten jedoch authentische Interaktion mit praktischen Lichtquellen und Nebel-Atmosphäre, während digitale Flares in der Compositing-Phase nachträglich eingefügt werden müssen.