Wechselbare Filterhalterung in Mattebox-Systemen — nimmt meist 4x4 oder 4x5,65 Zoll Filter auf.
Technische Details
Standard-Filterhalter verwenden Adapterringe von 49mm bis 112mm Durchmesser und fassen Filter mit Dicken von 2-3mm. Das Cokin P-System (84mm breit) etablierte sich in den 1970ern für kleinere Produktionen, während das A-System (67mm) für Consumer-Bereich und das X-Pro-System (130mm) für Großformat konzipiert wurde. Professionelle Systeme wie LEE oder Hitech verwenden 100mm-Breite mit bis zu vier Filterschächten übereinander. Die Halter rotieren um 360° zur Ausrichtung von Verlaufsfiltern und besitzen Kompendium-Anschlüsse zur Streulichtreduzierung.
Geschichte & Entwicklung
Cokin revolutionierte 1973 die Filterfotografie durch das erste modulare Steckfiltersystem aus Kunstharz. Zuvor waren Filter fest auf Objektivgewinde angewiesen oder wurden improvisiert vor das Objektiv gehalten. 1979 folgte das professionelle LEE-System aus England mit optisch hochwertigeren Polyesterfiltern. Tiffen führte 1985 wasserdichte Dichtungen ein, NiSi entwickelte 2010 magnetische Schnellwechselsysteme für 67mm-Filter.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Mad Max: Fury Road" (2015) nutzte DoP John Seale LEE-Filterhalter mit orangen 85C-Filtern für die Wüstenszenen. "Blade Runner 2049" (2017) kombinierte Schneider True-Cut-IR-Filter mit ND-Verlaufsfiltern im Filterhalter für die Außenaufnahmen. Der Halter ermöglicht schnellen Filterwechsel ohne Objektiv-Demontage und exakte Positionierung von Verlaufsfiltern entlang des Horizonts. Problematisch sind Vignettierung bei Weitwinkelobjektiven unter 24mm und Reflexionen zwischen gestapelten Filtern.
Vergleich & Alternativen
Rundfilter mit Schraubgewinde bieten bessere Abdichtung, erfordern aber verschiedene Durchmesser je Objektiv. Mattebox-Systeme mit 4x4"-Filtern (138x138mm) dominieren bei High-End-Produktionen durch bessere Streulichtabschirmung und größere Filterflächen. Drop-in-Filter bei Teleobjektiven ab 300mm Brennweite werden kameraintern gewechselt. Bei extremen Weitwinkeln unter 16mm sind Built-in-ND-Filter der Kamera oft die einzige vignettierungsfreie Lösung.
Aktuelles
In der Community zeigt sich verstärktes Interesse an kostengünstigen Alternativen zu teuren professionellen Filter-Systemen. Filmemacher entwickeln eigene Lösungen für variable Farb- und Kontrastfilter als Ersatz für etablierte, aber schwer erhältliche Geräte wie Panaflasher oder Camtec Color-Con. Diskussionen über Adapter zwischen verschiedenen Filtersystemen und DIY-Ansätze für Filter Trays nehmen zu.