Soviet-era ultra-wide fisheye lens known for distinctive rendering.
Technische Details
Das Objektiv besitzt eine Brennweite von 16mm bei einer maximalen Blende von f/2.8, die bis f/22 abgeblendet werden kann. Der optische Aufbau besteht aus 9 Elementen in 8 Gruppen mit einer speziellen Retrofokus-Konstruktion. Das Objektiv wiegt 900g und hat einen Filterdurchmesser von 72mm, wobei nur Gelfilter verwendet werden können, die in das hintere Element eingeschraubt werden. Verfügbar war es hauptsächlich mit M42-Gewinde, später auch in Pentax K- und Canon EF-Mount. Die Naheinstellgrenze beträgt 0,2m bei einem Abbildungsmaßstab von 1:7.
Geschichte & Entwicklung
KMZ entwickelte das Zenitar 1965 basierend auf deutschen Zeiss-Konstruktionen aus der Nachkriegszeit. Die Massenproduktion begann 1968 und lief bis in die 1990er Jahre. Das Objektiv war Teil der sowjetischen Strategie, professionelle Fototechnik für den Export zu produzieren. Nach dem Zerfall der UdSSR übernahm verschiedene Nachfolgeunternehmen die Produktion, wobei die Qualität stark schwankte. Seit den 2000ern produziert Zenit neue Versionen mit verbesserter Vergütung.
Praxiseinsatz im Film
In der Filmproduktion wird das Zenitar für extreme Establishing Shots und surreale Sequenzen eingesetzt. Der russische Regisseur Alexei Balabanov verwendete es in "Brat" (1997) für Petersburger Straßenszenen. Die extreme Verzerrung eignet sich für Traumsequenzen oder die Darstellung von Bewusstseinsveränderungen. Bei 16mm-Filmkameras entsteht durch den Crop-Faktor ein ovaler Bildkreis statt eines runden. Das Objektiv erfordert manuelle Fokussierung und Belichtungsmessung, da keine elektronischen Kontakte vorhanden sind.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu modernen Fisheye-Objektiven wie dem Sigma 15mm f/2.8 oder Canon EF 8-15mm erzeugt das Zenitar deutlich stärkere chromatische Aberrationen und Vignettierung. Diese "Fehler" werden jedoch oft als charakteristisch geschätzt. Das Peleng 8mm f/3.5 aus derselben sowjetischen Tradition bietet noch extremere Verzerrung. Moderne Alternativen wie das Laowa 12mm f/2.8 Zero-D eliminieren die Fisheye-Verzerrung vollständig und eignen sich für andere Anwendungen.