Location Manager is a technique in filmmaking production.
Technische Details
Ein Location Manager verwaltet typischerweise Budgets zwischen 50.000-500.000 Euro für Locationmieten, abhängig von Produktionsumfang und Drehortexklusivität. Die Vorlaufzeit beträgt 8-16 Wochen vor Drehbeginn für Standardlocations, bei komplexeren Objekten wie Flughäfen oder historischen Gebäuden bis zu 6 Monate. Dokumentiert werden alle Locations in digitalen Location-Libraries mit GPS-Koordinaten, Grundrissen, Anfahrtsbeschreibungen und technischen Spezifikationen wie verfügbare Stromkapazität (meist 32-125 Ampere erforderlich) und Parkplatzanzahl für 20-80 Crew-Fahrzeuge.
Geschichte & Entwicklung
Die Profession etablierte sich Ende der 1960er Jahre in Hollywood, als Studioproduktionen zunehmend an Originalschauplätze verlagert wurden. Pionier war Robert Relyea bei MGM, der 1969 erstmals systematische Location-Scouting-Prozesse einführte. In Deutschland professionalisierte sich die Funktion ab den 1980er Jahren durch die Neue Deutsche Film GmbH. Heute arbeiten Location Manager mit spezialisierter Software wie StudioBinder oder Shot Lister, die GPS-Tracking, Wettervorhersagen und Genehmigungsstatus in Echtzeit integrieren.
Praxiseinsatz im Film
Für "Babylon Berlin" koordinierte das Location-Team über 180 Berliner Schauplätze mit 3-Jahres-Vorlaufzeit für historische Authentizität. Christopher Nolans "Inception" erforderte Location Manager in 6 Ländern mit spezialisierten Kenntnissen für Hochhaus-Drehgenehmigungen und Straßensperrungen. Der Workflow umfasst Tech-Scouts mit Kamera-, Ton- und Lichtabteilung, bei denen exakte Sonnenstandsberechnungen und Schallpegelmessungen dokumentiert werden. Problematisch sind wetterabhängige Außendrehs und kurzfristige Genehmigungsrückzüge, die Alternativlocations binnen 24-48 Stunden erfordern.
Vergleich & Alternativen
Abgrenzung zum Assistant Location Manager, der operative Aufgaben wie Absperrungen und Anwohnerkommunikation übernimmt, während der Location Manager strategische Entscheidungen trifft. Location Scouts führen ausschließlich Recherchen durch, verhandeln jedoch keine Verträge. In Low-Budget-Produktionen übernimmt oft der Unit Production Manager diese Funktion zusätzlich. Virtual Production reduziert den Location-Bedarf durch LED-Volumes, erfordert aber spezialisierte Location Manager für technische Integration zwischen praktischen Sets und digitalen Erweiterungen.