Laowa Proteus is a technique of professional camera work.
Technische Details
Die Serie umfasst fünf Festbrennweiten: 24mm, 35mm, 45mm, 60mm und 85mm, alle mit einer durchgängigen Lichtstärke von T2.0. Das Frontfilterdurchmesser beträgt einheitlich 77mm, während das Fokusgetriebe einen 300°-Drehbereich aufweist. Die Objektive wiegen zwischen 1,4kg (24mm) und 1,8kg (85mm) und besitzen ein robustes Vollmetallgehäuse mit industriellem PL-Mount. Der Mindestfokusabstand variiert zwischen 0,6m (85mm) und 0,8m (24mm). Die optische Konstruktion arbeitet mit 12-16 Linsenelementen je nach Brennweite, wobei mehrere ED-Gläser (Extra-low Dispersion) chromatische Aberrationen minimieren.
Geschichte & Entwicklung
Venus Optics kündigte die Laowa Proteus Serie erstmals auf der NAB 2021 an, nachdem das Unternehmen bereits mit extremen Weitwinkel- und Makroobjektiven Aufmerksamkeit erregt hatte. Die ersten Exemplare erreichten den Markt im Herbst 2021, wobei zunächst nur die 35mm und 85mm Brennweiten verfügbar waren. Bis 2022 vervollständigte Venus Optics die Serie mit den verbleibenden Brennweiten. Die Entwicklung zielte darauf ab, eine erschwingliche Alternative zu etablierten Anamorphic-Serien wie Cooke Anamorphic/i oder ARRI Master Anamorphic zu schaffen, ohne dabei auf professionelle Bildqualität zu verzichten.
Praxiseinsatz im Film
Die Proteus-Serie findet primär in Independent-Produktionen und Musikvideos Verwendung, wo das Budget für teurere Anamorphic-Sets nicht verfügbar ist. Kameraleute schätzen die gleichmäßige Abbildungsleistung über alle Brennweiten sowie die charakteristische Flare-Charakteristik, die blaue und goldene Streifen erzeugt. Im Workflow erfordern die Objektive eine Entsqueeze-Funktion am Monitor oder in der Postproduktion, um das 2:1-komprimierte Bild korrekt darzustellen. Die robuste Konstruktion ermöglicht den Einsatz an Gimbals und Steadicam-Systemen, wobei die moderate Größe gegenüber größeren Anamorphic-Objektiven von Vorteil ist.
Vergleich & Alternativen
Die Laowa Proteus positioniert sich zwischen Entry-Level-Anamorphics wie den SLR Magic Anamorphot und High-End-Serien wie den Cooke Anamorphic/i. Gegenüber den deutlich teureren ARRI Master Anamorphic (ca. 40.000€ pro Objektiv) bieten die Proteus (ca. 2.500€ pro Objektiv) eine wirtschaftliche Alternative bei akzeptabler Bildqualität. Die Atlas Orion Series konkurriert in der gleichen Preisklasse, wobei die Proteus durch den niedrigeren Preis und die größere Verfügbarkeit punkten. Für Produktionen mit höchstem Bildqualitätsanspruch bleiben etablierte Serien wie Hawk V-Lite oder Cooke Anamorphic/i die erste Wahl.