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Jupiter-12
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Jupiter-12

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Jupiter-12 is a technique of professional camera work.

Technische Details

Das Jupiter-12 verfügt über eine 8-Linsen-Konstruktion in 5 Gruppen (Biogon-Typ) mit einem Bildwinkel von 64 Grad im Kleinbildformat. Die Naheinstellgrenze liegt bei 80cm, der Filterdurchmesser beträgt 40,5mm. Das Objektiv besitzt eine manuelle Blendenverstellung von f/2.8 bis f/16 mit halbstufiger Rastung. Die charakteristische symmetrische Bauweise mit rückseitig stehenden Linsenelementen erfordert bei Spiegelreflexkameras den Einsatz im Live-View-Modus, da der geringe Auflagenabstand von 28,8mm Spiegelkollisionen verursacht. Drei Hauptvarianten existieren: die frühe schwarze Version (1965-1975), die verchromte Standardausführung (1975-1985) und die späte Version mit Multi-Coating (1985-1994).

Geschichte & Entwicklung

Die Entwicklung begann 1964 im Werk LZOS (Lytkarino Optical Glass Factory) unter Leitung von Boris Ignatovich, basierend auf Dokumentationen des 1936 von Ludwig Bertele bei Zeiss entwickelten Biogon 35mm f/2.8. Die erste Serienproduktion startete 1965 für den Export und sowjetische Filmschulen. 1975 wurde die Produktion an das Arsenal-Werk in Kiew übertragen, wo bis 1994 etwa 180.000 Exemplare entstanden. Das Objektiv gewann 1978 eine Bronzemedaille auf der Leipziger Fotomesse und etablierte sich als kostengünstige Alternative zu westlichen Weitwinkelobjektiven während des Kalten Krieges.

Praxiseinsatz im Film

Sowjetische Regisseure wie Andrei Tarkovsky nutzten das Jupiter-12 für Weitwinkelaufnahmen in "Stalker" (1979), insbesondere für die charakteristischen Innenraumsequenzen mit extremer Schärfentiefe. Die moderne Filmproduktion schätzt das Objektiv für seinen "Vintage-Look" mit leichter Vignettierung und warmer Farbwiedergabe. Bei Offenblende zeigt es eine weiche, organische Bokeh-Charakteristik, während ab Blende f/5.6 randscharf abgebildet wird. Der manuelle Fokus erfordert präzise Entfernungsschätzung oder Fokus-Pulling-Techniken, da keine moderne Elektronik vorhanden ist.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber dem originalen Zeiss Biogon liefert das Jupiter-12 vergleichbare optische Leistung bei einem Bruchteil der Kosten, zeigt jedoch leichte Schwächen bei der Streulichtunterdrückung. Moderne Alternativen wie das Zeiss Distagon 35mm f/2 oder Sony FE 35mm f/2.8 bieten Autofokus und wettergeschützte Konstruktion, können aber nicht die charakteristische analoge Bildanmutung reproduzieren. Das Jupiter-12 eignet sich primär für kreative Projekte mit bewusst nostalgischer Bildsprache, während technische Produktionen moderne Objektive bevorzugen.

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