Gel Frame is a technique of professional lighting design.
Technische Details
Handelsübliche Farbfolien-Rahmen bestehen aus 1-2 mm starkem Aluminium mit abgerundeten Ecken und einer Materialstärke der Folien von 0,1-0,2 mm. Die Folien werden mit federbelasteten Clips oder Klebeband im Rahmen fixiert. Hitzebeständige Folien ertragen Temperaturen bis 232°C, während Standard-Folien bereits bei 70°C zu schmelzen beginnen. Gängige Systeme sind die Lee Filters-Serie mit 204 Farbtönen oder die Rosco Supergel-Kollektion mit 386 Varianten. Magnetische Rahmen für LED-Panels verwenden Neodym-Magnete mit 1,2-1,4 Tesla Feldstärke.
Geschichte & Entwicklung
Gelatine-basierte Farbfilter entstanden 1884 im Londoner Drury Lane Theatre. 1963 entwickelte Rosco die ersten Polyester-basierten Folien, gefolgt von Lee Filters' Polycarbonat-Folien 1975. Die Integration von Dichroic-Beschichtungen begann 1982 bei Tungsten-Scheinwerfern. Mit dem LED-Boom ab 2008 kamen selbstklebende Folien für temperatursensitive Anwendungen auf den Markt. Heute dominieren CTO/CTB-Folien (Color Temperature Orange/Blue) mit präzisen Mired-Verschiebungswerten zwischen 81-285.
Praxiseinsatz im Film
Roger Deakins verwendete in "Blade Runner 2049" (2017) intensive Orange-Folien (Lee 204) für die Las Vegas-Sequenzen, kombiniert mit Haze für atmosphärische Tiefe. Bei Nachtaufnahmen korrigieren 1/4 CTO-Folien (Lee 205) die 5600K-Tageslichttemperatur von HMI-Scheinwerfern auf warme 4300K. Diffusionsfolien wie Lee 250 reduzieren hartes Licht um 1,3 Blendenstufen bei gleichzeitiger Streuung. ND-Folien (Neutral Density) in 0,3-2,1 Dichtestufen ermöglichen Belichtungsreduzierung ohne Farbverschiebung.
Vergleich & Alternativen
Dichroic-Filter bieten präzisere Farbwiedergabe, kosten jedoch das 15-20fache von Folien und zerbrechen bei Stürzen. DMX-gesteuerte LED-Panels ersetzen zunehmend Folien-Filter, erreichen aber nur 85% der Farbsättigung hochwertiger Gels. Spinning-Filter-Wheels in Moving Lights wechseln zwischen 6-8 Farben automatisch, sind jedoch auf diese Auswahl beschränkt. Farbfolien bleiben bei präziser Farbkorrektur und Spezialeffekten unersetzlich, während LEDs bei schnellen Farbwechseln dominieren.