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Domiplan 50
Kamera · Begriffe

Domiplan 50

Murnau AI illustration
flow para roll take

Vintage-Objektiv von Meyer-Optik mit 50mm Brennweite — bekannt für weiche Abbildung und charakteristische Bokeh-Qualität.

Technische Details

Das klassische Meyer-Optik Domiplan 50/2.8 besteht aus drei luftgetrennten Linsen in asymmetrischer Anordnung mit einer maximalen Blendenöffnung von f/2.8 und einem minimalen Fokusabstand von 0,6 Metern. Der Filtergewinde-Durchmesser beträgt 40,5mm bei einem Objektivgewicht von 180 Gramm. Die bewusst unkorrrigierte sphärische Aberration erzeugt bei offener Blende einen charakteristischen "Swirly Bokeh"-Effekt mit 15 Blendenlamellen für kreisrunde Lichter. Moderne Neuauflagen wie das Meyer-Optik Domiplan 50/2.0 bieten lichtstärkere Versionen mit verbesserter Vergütung und erweiterten Anschluss-Varianten für digitale Kameras.

Geschichte & Entwicklung

Hugo Meyer entwickelte 1919 das erste Domiplan-Design als preiswerte Optik für Kleinbildkameras, wobei die Serienproduktion des Domiplan 50 erst 1954 bei Meyer-Optik Görlitz begann. Zwischen 1954 und 1991 entstanden verschiedene Versionen für M42-Anschluss, hauptsächlich für Praktica-Kameras der DDR-Produktion. Nach der Wiederaufnahme der Markenrechte durch die Net SE 2014 erfolgte eine Neuauflage des Domiplan 50/2.0 mit modernen Beschichtungen und Anschlüssen für Canon EF, Nikon F, Sony E und Fujifilm X.

Praxiseinsatz im Film

Das charakteristische "Swirly Bokeh" des Domiplan 50 eignet sich besonders für Traumsequenzen und subjektive Kameraführung, wie in László Nemes' "Son of Saul" (2015), wo die unruhige Hintergrundzeichnung die psychische Verfassung der Hauptfigur unterstützt. Die starke Randunschärfe bei offener Blende erzwingt eine zentrale Bildkomposition und lenkt den Blick automatisch ins Bildzentrum. Bei Abblendung auf f/5.6 bis f/8 verschwindet der Swirl-Effekt nahezu vollständig und liefert konventionelle Abbildungsleistung für neutrale Einstellungen.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu modernen 50mm-Objektiven mit 6-8 Linsen korrigiert das Domiplan bewusst nicht alle Abbildungsfehler und erzeugt dadurch seinen unverwechselbaren Look. Das russische Helios 44-2 58/2.0 bietet ähnliche Swirl-Effekte bei längerer Brennweite, während das Petzval 58/1.9 von Lomography stärkere Vignettierung und Farbsäume produziert. Für kontrollierbare Vintage-Effekte ohne die Unberechenbarkeit echter alter Optiken bieten sich digitale LUT-Simulationen oder Software-Filter an, die jedoch die organische Interaktion zwischen Objektiv und Sensor nicht vollständig replizieren können.

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