D-Tap: Standardisierter 2-Pin-Stromstecker für Kameraakkus — versorgt Monitore, Funkstrecken und anderes Zubehör mit 12-16V.
Technische Details
Der D-Tap-Anschluss arbeitet mit ungeregelter Gleichspannung, die direkt von den Lithium-Ionen-Zellen des Akkus abgenommen wird. Standard-V-Mount-Akkus verfügen meist über 1-2 D-Tap-Ausgänge, wobei neuere Modelle oft einen regulierten USB-C-Port zusätzlich bieten. Die Kontakte bestehen aus vergoldeten Messingpins mit einer Lebensdauer von circa 10.000 Steckzyklen. Ein integrierter Überstromschutz trennt die Verbindung bei Überlastung automatisch nach 2-3 Sekunden.
Geschichte & Entwicklung
Anton/Bauer entwickelte den D-Tap-Standard 1995 als Teil des Gold Mount-Systems, ursprünglich unter der Bezeichnung "PowerTap". IDX System Technology übernahm das Design 1998 für V-Mount-Akkus und etablierte die heute gebräuchliche D-Tap-Bezeichnung. Ab 2005 setzten sich D-Tap-kompatible Geräte wie Monitore, Funkstrecken und LED-Panels durch. Seit 2015 ergänzen USB-C-Ausgänge das System, D-Tap bleibt jedoch Standard für leistungsstarke 12V-Geräte.
Praxiseinsatz im Film
D-Tap versorgt On-Camera-Monitore wie SmallHD oder Atomos-Recorder direkt vom Kamera-Akku, eliminiert separate Batterien und reduziert das Rig-Gewicht um 200-400g pro Gerät. Funkstrecken (Teradek, Hollyland) nutzen D-Tap für unterbrechungsfreie Übertragung während Akkuwechseln. Bei "1917" (2019) ermöglichten D-Tap-gespeiste LED-Panels (Aputure AL-M9) mobile Beleuchtung für die kontinuierlichen Steadicam-Sequenzen. Focus-Puller verwenden D-Tap-Motoren (ARRI cforce mini) für präzise Schärfeverlagerungen ohne zusätzliche Stromversorgung.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu Hohlstecker-Verbindungen (DC Barrel) bietet D-Tap standardisierte Polarität und höhere Strombelastbarkeit. USB-C PD (Power Delivery) erreicht bis 100W, reicht aber nicht für stromhungrige Geräte wie Wireless-Sender oder größere Monitore. XLR-4-Power-Anschlüsse an Broadcast-Kameras liefern 12V bei bis 30A, sind jedoch kameragebunden. D-Tap überzeugt durch Mobilität und universelle Kompatibilität zwischen verschiedenen Herstellern, während fest installierte Systeme höhere Leistungen ermöglichen.