Blaue Korrekturfolie wandelt warmes Kunstlicht in kaltes Tageslicht um — senkt Farbtemperatur von 3200K auf 5600K.
Technische Details
Vollkorrektur-CTB-Folien verschieben 3.200K auf exakt 5.600K und sind in Abstufungen von Full CTB, 3/4 CTB, 1/2 CTB und 1/4 CTB erhältlich. Die Folie besteht aus hitzebeständigem Polyester mit eingearbeiteten Cyan- und Blau-Farbstoffen, die Temperaturen bis 150°C standhalten. Lee Filters 201 (Full CTB) und Rosco 3202 gelten als Industriestandards. Die spektrale Transmission zeigt charakteristische Absorptionsspitzen bei 580-700 Nanometern im gelb-roten Bereich.
Geschichte & Entwicklung
Lee Filters entwickelte 1971 die erste kommerzielle CTB-Folie als Antwort auf den wachsenden Bedarf nach Farbtemperaturkorrektur beim Mischen von Kunst- und Tageslicht. Rosco folgte 1974 mit eigenen Varianten. Die Einführung von HMI-Scheinwerfern in den 1970ern reduzierte zunächst die CTB-Nachfrage, doch moderne LED-Panels mit variabler Farbtemperatur haben CTB-Folien wieder unverzichtbar gemacht, da nicht alle LEDs präzise kalibriert sind.
Praxiseinsatz im Film
Roger Deakins verwendete CTB-Folien extensiv bei "Blade Runner 2049" (2017), um Tungsten-Prakticals nahtlos in Tageslichtszenen zu integrieren. Standardworkflow: Tungsten-Scheinwerfer werden mit CTB-Folie beklebt, bevor sie als Fülllicht zu natürlichem Tageslicht gemischt werden. Nachteil: Der Lichtverlust erfordert stärkere Lampen oder höhere ISO-Werte. Vorteil: Kostengünstiger als kompletter Lampentausch und ermöglicht präzise Zwischentöne durch Teilkorrektur.
Vergleich & Alternativen
CTO-Folie (Color Temperature Orange) funktioniert umgekehrt: konvertiert Tageslicht zu Kunstlicht. Moderne LED-Panels mit einstellbarer Farbtemperatur ersetzen zunehmend CTB-Folien, kosten jedoch das 10-15fache. ND-Filter reduzieren nur Lichtmenge ohne Farbkorrektur. Minus Green-Filter korrigieren Fluoreszenzlicht, nicht Farbtemperatur. CTB bleibt erste Wahl bei Tungsten-Lampen und günstigen LED-Panels ohne Bi-Color-Funktion.