Zeiss-Weitwinkelobjektiv mit 35mm Brennweite, bekannt für geringe Verzeichnung und hohe Schärfe bis in die Bildecken.
Technische Details
Das Objektiv verfügt über eine Naheinstellgrenze von 30cm und einen Bildwinkel von 63° bei Kleinbildformat. Die T*-Mehrschichtvergütung von Zeiss reduziert Reflexe und Streulicht auf unter 0,2%. Mit einem Gewicht von 340g und Filterdurchmesser von 55mm gehört es zu den kompakteren professionellen Weitwinkelobjektiven. Die mechanische Konstruktion umfasst 16 Blendenlamellen für cremige Bokeh-Übergänge und eine präzise Fokussierung über einen 240°-Drehwinkel.
Geschichte & Entwicklung
Zeiss entwickelte das erste Distagon-Objektiv 1958 für die Hasselblad-Kameras. Die 35mm Version für Contax-Kameras erschien 1975 als Teil des G-System-Programms. 1996 folgte eine überarbeitete Version mit verbesserter T*-Vergütung und optimierter Farbkorrektur für moderne Filmemulsionen. Die Produktion endete 2012 mit der Einstellung der Contax-Kameras, macht das Objektiv heute zu einem gesuchten Vintage-Objektiv.
Praxiseinsatz im Film
Kameraleute schätzen das Distagon 35 für Available-Light-Szenen in Innenräumen, wo die f/1.4-Öffnung natürliche Lichtsituationen ohne zusätzliche Beleuchtung ermöglicht. Die geringe Verzeichnung macht es ideal für Architekturaufnahmen und establishing shots. Über Adapter funktioniert es an modernen Digital-Kameras, wobei die mechanische Blende manuell bedient werden muss. Die charakteristische Zeiss-Farbwiedergabe mit leicht warmen Tönen und der sanfte Schärfeabfall ergänzen besonders gut analoge Filmstocks wie Kodak Vision3.
Vergleich & Alternativen
Gegenüber dem Canon FD 35mm f/1.4 bietet das Distagon bessere Randschärfe, während das Leica Summilux 35mm bei gleicher Lichtstärke kompakter baut. Moderne Alternativen wie das Sony FE 35mm f/1.4 GM erreichen ähnliche optische Leistung mit Autofokus und Bildstabilisierung. Das Zeiss Distagon T* 35mm f/1.4 ZE/ZF für Canon/Nikon behält die optische Formel bei, bietet aber moderne Kameraanbindung. Für Vintage-Look bevorzugen DoPs weiterhin das Original-Contax-Objektiv.