Filmlexikon.
Premium
CinemaDNG
Kamera

CinemaDNG

cinema dngd cinemadigital cinema · 3 Verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
cinema dng d cinema digital cinema

Unkomprimiertes RAW-Bildformat — jeder Frame als einzelne DNG-Datei, Farbtiefe bis 16-Bit. Gold-Standard für digitales Kino und maximale Nachbearbeitung.

Du speicherst jeden einzelnen Frame als separate DNG-Datei ab — das ist CinemaDNG. Keine Kompression, keine Farbraum-Konvertierung, keine versteckten Algorithmen. Was der Sensor erfasst, landet 1:1 auf der Platte. Jede Datei trägt die kompletten Bildinformationen bis 16-Bit, teilweise auch 12- oder 14-Bit, je nach Kamera-Output. Das Format basiert auf dem offenen Digital Negative Standard von Adobe, wurde aber speziell für professionelle Kinokameras optimiert — Stichwort DCI-Auflösung, Timecode-Embedding, Metadaten-Strukturen.

Am Set bedeutet das: enorme Datenmengen. Eine einzige Minute 6K-Material kann schnell 150–200 GB verschlingen, abhängig von Farbtiefe und Sensor-Auflösung. Du brauchst Storage-Infrastruktur — SSD-Cages, redundante Systeme, LTO-Archivierung. Red, Blackmagic, Arri — sie alle unterstützen CinemaDNG als optionales oder natives Output-Format. Manche Kameras schreiben direkt raus, andere brauchen externe Recorder wie die Blackmagic Video Assist oder den AJA Helo. Der Vorteil: maximale Flexibilität in der Farbkorrektur und VFX-Behandlung. Du hast keine Bayer-Pattern-Interpretation mehr, keinen proprietären Debayer-Algorithmus — das alles machst du später im DI oder in deiner NLE.

In der Praxis landen CinemaDNG-Sequenzen im Schnittplatz — entweder direkt in Premiere, Final Cut oder ins klassische DCP-Workflow-Setup mit Resolve oder Baselight. Der Workflow ist nicht unkompliziert: Jeder Frame ist eine Datei, das bedeutet Tausende, manchmal Millionen von Objekten im Dateisystem. Backup- und Transfer-Prozesse werden zur logistischen Herausforderung. Viele Post-Houses arbeiten trotzdem damit, weil die Qualität und die unkomprimierten Daten den Overhead rechtfertigen — besonders bei High-Budget-Produktionen, wo Farbe und Bildverarbeitung kritisch sind. Du brauchst aber auch die Disziplin: ordentliche Naming-Conventions, robuste Folder-Strukturen, regelmäßige Checksums. Ein verlorener Frame ist ein verlorener Frame — es gibt keine Redundanz in einer DNG-Datei.

Der Unterschied zu komprimierten Formaten wie ProRes RAW oder ARRIRAW liegt in der Offenheit und Stabilität des Standards. CinemaDNG ist lange gut lesbar, weil das Format dokumentiert und nicht proprietär ist. Das macht es zur Gold-Standard-Wahl für Archivierung und langfristige Erhaltung von Mastermaterial — genau wie es in Kino-Studios und Fernsehsendern genutzt wird.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Equipment finden, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist eine von sieben Komponenten von Filmfarm. Equipment-Picker (FilmBalance), Term-Auto-Linker (FilmCircus), Curator-Validation (Admin-Cockpit) — alle greifen auf dieselben Begriffe zu via mcp.thefilmradar.com.

FilmFarm FilmBalance FilmCircus FilmLab FilmRadar FilmNumbers FilmPulse