Canons Kinokamera-Serie mit Super-35mm- und Full-Frame-Sensoren — von C70 bis C700 für verschiedene Produktionsgrößen.
Technische Details
Die Cinema EOS Familie umfasst verschiedene Sensorgrößen: Super35mm (C300/C500), Full Frame (C700 FF) und APS-C (C100). Die C500 Mark II erreicht 5.9K Vollauflösung bei 60p, während die C300 Mark III native ISO-Werte von 800/3200/12800 bietet. Alle Modellen verwenden Dual Pixel CMOS AF mit 3840 fokussierbaren Punkten. Die interne Aufzeichnung erfolgt wahlweise in XF-AVC (bis 410 Mbit/s) oder Cinema RAW Light (bis 2.1 Gbit/s) auf CFexpress-Karten.
Die Kameras verfügen über austauschbare Sucher-Units, modulare Griffe und integrierte ND-Filter von 2-10 Blendenstufen. Der Dual Gain Output (DGO) Sensor der C500 Mark II kombiniert zwei Verstärkungsstufen pro Pixel für erweiterten Dynamikumfang.
Geschichte & Entwicklung
Canon kündigte die Cinema EOS Linie auf der NAB 2011 mit der C300 als Konkurrenz zu Sony F3 und RED Scarlet an. 2012 folgte die C500 mit 4K-Aufzeichnung, 2013 die C100 als günstigere Alternative. Die Mark II Generation (2015-2017) brachte Dual Pixel AF und verbesserte Codecs. 2019 stellte Canon die C700 Full Frame vor, 2020 die C500 Mark II mit DGO-Sensor-Technologie.
Praxiseinsatz im Film
Steven Soderbergh drehte "Unsane" (2018) komplett mit der C300 Mark II, Lenny Abrahamson nutzte die C300 für "Room" (2015). Die Kameras etablierten sich besonders in der TV-Serienproduktion und Dokumentarfilmproduktion durch ihr natives Dual Pixel AF System. Der Cinema RAW Light Workflow ermöglicht 12-Bit-Postproduktion bei halber Dateigröße gegenüber unkomprimiertem RAW.
Typische Einsatzgebiete sind Run-and-Gun-Produktionen durch das kompakte Design und Corporate Video durch die Canon Log-Integration in Standard-Workflows.
Vergleich & Alternativen
Cinema EOS konkurriert direkt mit Sonys FX-Serie und BlackMagic URSAs. Gegenüber RED-Kameras bietet Canon niedrigere Datenraten und einfachere Bedienung, erreicht aber nicht deren Auflösungsrekorde. Das EF-Mount-System verschafft Zugang zu Canons umfangreichem Objektivportfolio, begrenzt aber auf andere Hersteller.
Als Nachfolger gilt die EOS R5C (2022), die Cinema EOS Features in RF-Mount-Gehäuse integriert. Für Budget-Produktionen bleibt die C70 mit RF-Mount die aktuelle Einsteigeroption.
Aktuelles
Mit der Cinema EOS C810 erweitert Canon seine professionelle Kameralinie um ein 6K Super 35mm-Modell mit DIGIC X9-Prozessor. Die Kamera bietet 4K RAW-Aufzeichnung mit bis zu 120fps und verfügt über ein verbessertes Dual-Pixel-Autofokussystem, das auch bei schwachem Licht (-7EV) funktioniert. Der RF-Mount macht die C810 für etwa 12.000 Dollar zu einer vielseitigen Option in gemischten Kamerateams.